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Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V.: Die IG BAU schreibt den Osten ab

(11.10.2001) Die Wahlen zum Bundesvorstand der IG BAU vom letzten Wochenende setzen einen vorläufigen Höhepunkt bei der Westorientierung der IG BAU. Die bisherigen Landesverbandsvorsitzenden der neuen Bundesländer Frank Kunze (Sachsen) und Klaus Pankau (Berlin-Brandenburg) im Vorstand mussten treuen Gefolgsleuten des alten und neuen Vorstandsvorsitzenden Klaus Wiesehügel aus NRW weichen.

"Damit passt sich", so der Präsident der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V., Dr. Kaspar-Dietrich Freymuth, "die IG BAU der Westlastigkeit der Arbeitgeberspitzenverbände der deutschen Bauwirtschaft (Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und Hauptverband der Deutschen Bauindustrie) in unguter Weise endgültig an. Der Osten steht für diese nicht mehr 'auf der Kippe', wie der Bundestagspräsident meinte, sondern wird abgeschrieben, seine Probleme werden verdrängt. Umso ungenierter werden die Bauspitzenverbände zukünftig gegen die Interessen der neuen Länder Mindestlohnerhöhungen, Vergabegesetze mit Westlohnbindung für Ostbetriebe und dergleichen mehr von der Regierung einfordern. Die Altbundesländer als 'closed shop'!"

Durch diesen Vorgang werde im Übrigen immer deutlicher, dass nicht nur die Bildung einer wirklichen Interessenvertretung der Baubetriebe, sondern auch eine solche für die Bauarbeitnehmer der neuen Bundesländer und Berlins dringend erforderlich sei. Diese müssten die wirtschaftspolitischen Realitäten des Beitrittsgebietes und der bevorstehenden EU-Osterweiterung erkennen und tarifpolitisch berücksichtigen.

"Die mittelständischen Baubetriebe der neuen Bundesländer und Berlin und ihre Beschäftigten," so Dr. Freymuth, "dürfen sich nicht länger von den Interessenvertretern der westdeutschen Bauwirtschaft ausspielen lassen; sie sollten eigene Vertretungen schaffen und realistische Tarifregelungen vereinbaren, die nicht nur auf dem Papier stehen, sondern praktiziert werden können.
Versuche der Spitzenverbände, eine spezielle Interessenvertretung der ostdeutschen Baubetriebe vorzugaukeln, wie z.B. die kürzlich vom Zentralverband initiierte Gründung einer 'Vereinigung der mittelständischen Bauwirtschaft Ostdeutschland', sind untauglich!"

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