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BWP-Roadmap zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors


  

(30.4.2021) In der Politik ist die Notwendigkeit der Wärmewende mittlerweile verstanden: So sehen die (vorläufigen) Wahlprogramme von SPD und B90/Die Grünen vor, den Ausbau der Wärmepumpen-Technologie in den nächsten Jahren weiter zu unterstützen. Doch was bisher noch fehlt, ist eine dezidierte Strategie für die Wärmewende, wie es sie für die Energiewende im Stromsystem schon seit Jahren gibt.

Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) will die Pläne der Parteien vorantreiben und stellt eine „Roadmap Wärmepumpe“ vor, welche einen prägnanten Weg zu Dekarbonisierung des Gebäudesektors aufzeigt. Die Roadmap benennt notwendige Ausbauziele für Wärmepumpen, die sich an den aktuellen Klimastudien orientieren (drei Millionen installierte Geräte bis 2025, sechs Millionen bis 2030). Sie unterteilt den Weg in Zwischenschritte und beschreibt einen notwendigen Katalog an Maßnahmen, um auf dem richtigen Pfad zum Ziel zu bleiben. Zudem werden die Wechselwirkungen zwischen politischen Handlungsschritten und den zu erwartenden Marktentwicklungen erläutert.

Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des BWP, sagte dazu: „Unsere Roadmap verdeutlicht, was in der kommenden Legislatur für die Wärmewende zu tun ist und wo die Hebel für einen schnellen Fortschritt liegen. Damit geben wir der Politik das Heft des Handelns in die Hand. Vor allem wird sie gleich zu Beginn der Legislatur entschlossen an der Entlastung des Strompreises arbeiten müssen.“

Mit der Fortführung der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und einer deutlichen Entlastung des Strompreises in Höhe der EEG-Umlage, könne die aktuelle Dynamik im Wärmemarkt nicht nur verstetigt, sondern sogar verstärkt werden. Hingegen seien vom CO₂-Emissionshandel vorerst nur geringe Einflüsse auf die Wärmewende zu erwarten, denn eine wirkliche Lenkungswirkung wird das Instrument in seiner derzeitigen Ausgestaltung erst gegen Ende des Jahrzehnts entfalten können.

Die Roadmap wurde im Verband auf der Basis von Studien der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft in München (FfE) und der PricewaterhouseCoopers GmbH (PwC) erarbeitet. Sie bezieht dabei Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Auswirkungen fehlender Planungssicherheit und Potenzialanalysen zum Gebäudebestand und zu CO₂-Einspa­run­gen ein. Die Roadmap strukturiert den Ausbau der Wärmepumpen-Technologie im Zeitverlauf in einen 3-phasigen Transformationsprozess, in welchem sich zunächst der Wärmemarkt in zwei Phasen bis zum Jahr 2030 auf erneuerbare Energien ausrichtet.

  • In der ersten Phase (2021-2025) muss eine signifikante Strompreisentlastung die notwendige Marktdynamik auslösen.
  • Während der zweiten Phase (2025-2030) profitieren Wärmepumpen von dem dann etablierten höheren und damit wirksameren CO₂-Preis.
  • In einer dritten Phase von 2030 bis 2050 wird es darum gehen die Dekarbonisierung des restlichen Gebäudebestands voranzutreiben.

Durch einen klaren Plan für den Wärmepumpen-Ausbau und entsprechende wirtschaftliche Rahmenbedingungen steige die dringend notwendige Planungssicherheit für Endkunden, Handwerker, Contractoren und Hersteller - so der Plan. Attraktive Geschäftsmodelle mit Wärmepumpen entwickelten sich. Stadtwerke, Wohnungsunternehmen und weitere Akteure befassten sich intensiver mit den entstehenden Möglichkeiten von Wärmepumpen, statt auf fossile Energieträger zu setzen.

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