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Stockende Bautarifverhandlungen: Geht's nun in die Schlichtung?


  

(17.4.2018) Auch die dritte Runde der diesjährigen Tarifverhandlungen für die rund 800.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe wurde heute (17. April) nach zweitägiger Verhandlung ergebnislos abgebrochen.

„Der Ball liegt jetzt im Feld der IG BAU. Wir sind weiterhin verhandlungsbereit,“ erklärte Frank Dupré, Verhandlungsführer der Arbeitgeber. Der stellvertretende IG BAU-Bun­des­vor­sit­zen­de und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers kommentierte: „Wir brauchen eine kräftige prozentuale Erhöhung. Dazu sind die Arbeitgeber aber trotz hervorragender Baukonjunktur nicht bereit gewesen. ... Um einen Kompromiss zu finden, haben wir viele Vorschläge unterbreitet. Mehr geht nicht.“

IG Bau will nun Schlichtung

Einstimmig empfahl die Verhandlungskommission, dem IG BAU-Bundesvorstand das Scheitern der Tarifverhandlungen zu erklären und die Schlichtung anzurufen. Schlichter ist der frühere Bundesarbeits- und -wirtschaftsminister Wolfgang Clement.

Die IG BAU fordert ...

  • 6% mehr Lohn,
  • einen Angleichungsschritt der Ost- an die Westlöhne,
  • die Bezahlung der Wegezeiten zu den Baustellen und
  • einen Schritt zum 13. Monatseinkommen sowie
  • die Übernahme sämtlicher Kosten für die Ausbildung.

Die Arbeitgeber waren ihrer Meinung nach der IG BAU bei ihrer Forderung nach einer hohen Lohnerhöhung weit entgegengekommen. Sie hatten bereits in der zweiten Verhandlungsrunde einen Abschluss mit einem Gesamtvolumen von 6% bei einer Laufzeit von 24 Monaten in Aussicht gestellt. Die IG BAU forderte dagegen eine Laufzeit von 14 Monaten.

Dupré abschließend: „Unsere Unternehmen brauchen Planungssicherheit. Dem kommt ein langfristiger Tarifvertrag entgegen. Darüber hinaus kann die Mehrzahl der Unternehmen keine derart hohen Tarifforderungen verkraften, da die Umsatzzuwächse nicht in allen Bereichen und Regionen gleichermaßen hoch sind. Wir sind mit unserem Angebot weit über die Tarifabschlüsse anderer Branchen hinausgegangen. Um so mehr bedauern wir den Abbruch der Verhandlungen.“

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