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BINE-Projektinfo: Holz mit 90% weniger Feinstaub verbrennen

BINE-Projektinfo „Sauber heizen mit Holz“ (06/2016)
  

(9.9.2016) Holzheizungen können in einer Ökobilanz mit einem nahezu geschlossenen CO₂-Kreislauf glänzen - sofern das Brennholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt und nur über kurze Strecken transportiert wird. Andererseits trägt die Verbrennung von Holz zu den gesundheitsgefährdenden Fein­staubemissionen in Städten bei. Vor diesem Hintergrund stellt die BINE-Projektinfo „Sauber heizen mit Holz“ (06/2016) einen neu entwickelten elektrostatischen Partikelabscheider vor, der besonders auf Hackschnitzel- und Scheitholzkessel mit einer Leistung von 50 bis 200 kW ausgelegt ist. Das Verfahren ist sowohl für neue Kessel als auch zur Nachrüstung von Altanla­gen geeignet.

Der Feinstaubfilter sitzt zwischen Kessel und Abgasanlage. Das Gas durchströmt eine Ionisationskammer und wird dabei an einer Hochspannungselektrode elektrisch aufge­laden. In der anschließenden Abscheidekammer lagern sich die Teilchen danach an ge­erdeten Stahlbürsten ab. Abstreifkanten sorgen dann regelmäßig dafür, dass der an­haftende Feinstaub in einen Aschekasten gelangt. Vorteile des Verfahrens sind, dass der Prozess trocken abläuft und bis zu 90% der Partikel herausfiltern kann. Die Ent­wickler haben den neuen Abscheider auf Prüfständen und in Feldversuchen mehr als 30.000 Stunden lang getestet.

Mit Beginn des Jahres 2015 hat die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) mit Übergangsfristen die Feinstaubgrenzwerte für Holzheizungen verschärft. Für viele Hackschnitzel- und Scheitholzkessel wird dadurch der Einbau von Staubabscheidern notwendig. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat den neuen elektrostati­schen Partikelabscheider zusammen mit Industriepartnern bis zur Marktreife entwi­ckelt.

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