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Wie Akustikplatten offene Studienlandschaften ermöglichen

(28.7.2016) Gleichzeitig lernen - konzentriert und ungestört; und das trotz offener Studienlandschaften. Im 180 Mio. Euro teuren Neubau der FH Bielefeld (siehe Google-Maps) tragen 36.000 m² Holzwolle-Akustikplatten von Knauf AMF zur ruhigen Lern­atmosphäre bei. Sie verkürzen die Hallzeiten, gefallen mit ihrem Naturlook und sind dabei auch noch vergleichsweise wirtschaftlich. 


alle Fotos: Knauf AMF

Die Fachhochschule Bielefeld ist mit knapp 9.700 Studenten die größte staatliche Fachhochschule in Ostwestfalen-Lippe. Bislang waren ihre Fachbereiche über mehre­re Standorte verteilt. Das hat sich im Wintersemester 2015/16 mit der Eröffnung des Neubaus auf dem Campus Nord geändert. Auf einer Nutzfläche von 31.500 m² sind 16 Hörsäle, 220 Seminarräume, eine Bibliothek, Labore, ein Rechenzentrum, zwei Café-Bars und eine Cafeteria mit Außengastronomie untergebracht.

„Auf dem Campus Bielefeld bekommt die Fachhochschule Biele­feld eine eindeutige Adresse und ein neues Gesicht“, freut sich Beate Rennen-Allhoff, Präsidentin der FH Bielefeld. „Erstmals lernen, lehren und forschen hier die verschiedenen Disziplinen der FH unter einem Dach - in einer hervorragenden Infrastruk­tur und mit modernster Ausstattung.“ Die Studenten gehören den Fachbereichen Ingenieurswissenschaften, Mathematik, Sozialwesen und Wirtschaft an.

Offene Lernlandschaften waren raumakustisch herausfordernd

Hinter dem Neubau steckt das Architekturbüro Auer Weber. Sie offenen Strukturen sollen Kommunikation und interdiszipli­näre Zusammenarbeit fördern. Es gibt große Begegnungsland­schaften für den gemeinsamen Gedankenaustausch, lichtdurchflutete Innenhöfe und breite Flure, die zum inspirierenden Spazierengehen einladen. Diese Offenheit stellte die Baukünstler allerdings vor eine akustische Herausforderung: es galt die Nachhall­zeiten zu begrenzen. „Wir entschlossen uns frühzeitig, im gesamten Gebäude ein Ab­hangdeckensystem zu installieren, das auch dazu dienen sollte, den Studenten ein ru­higes und angenehmes akustisches Umfeld zu schaffen“, erinnert sich Architekt Tho­mas Schonder von Auer Weber. So begann die Suche nach der passenden Decken­lösung.

36.000 m² Holzwolle-Akustikplatten für die Raumakustik

Fündig wurde das Planungsteam von Auer Weber bei Knauf AMF. Der Deckenspezialist aus Grafenau produziert Heradesign superfine - 35 mm dicke Holzwolle-Akustikplatten. Sie bestehen aus ...

  • Holz,
  • dem Bindemittel Magnesit und
  • Wasser.

Insgesamt 36.000 m² dieser 15 kg/m² schweren Platten (Son­derformat: 550 x 2.200 mm) haben die Architekten über eine CD-Unterkonstruktion aus Metall von der Decke abhängen las­sen. Um dabei für jeden Raumtyp die optimale Dämpfung zu realisieren, wurden die Abhanghöhe variiert und zusätzlich unterschiedlich dicke Mineralwolle-Auflagen verwendet, die zwischen Rohdecke und Akustikplatten liegen.

Die vollflächige Akustikbekleidung soll im gesamten Gebäude bis zu 90% der Schallenergie über das gesamte Frequenzspektrum durch Reibung in Wärme verwandeln und den Rest reflektieren. Besonders effektiv arbeitet sie dabei im sprachrelevanten Fre­quenzbereich von 250 bis 4000 Hz. Die Folge: In den Hörsälen, Fluren, Verbindungsgängen, Seminarräumen und offenen Lern- und Begegnungslandschaften wird es spürbar ruhiger und Stu­denten können sich entspannt in Zimmerlautstärke unterhal­ten. Schonder: „Mit diesem angenehmen akustischen Raumklima beugen wir unnötigen Ermüdungserscheinungen vor und erfüllen außerdem die DIN 18041.“

Wirtschaftliche Alternative zu klassischen Lochplatten

Die Holzwolle-Akustikplatten verstehen sich als wirtschaftliche Alternative zu klas­sischen Lochplatten. „Lochplatten absorbieren Schallenergie in einem engeren Fre­quenzbereich, so dass Architekten für eine effektive Akustikoptimierung zusätzlich teure Tiefen- und Bandabsorber einplanen müssen“, betont Thomas Wölfer, Objekt­manager Süd bei Knauf AMF. „Die Heradesign Holzwolle-Akustikplatten hingegen ver­einen diese Funktionen und sind damit die viel wirtschaftlichere Lösung, die zudem über mehrere Jahrzehnte Bestand hat.“ 

Holzwolle-Akustikplatten mit charakteristischer Optik

Die Deckenplatten haben die Architekten allerdings nicht nur durch ihre guten Absorp­tionswerten überzeugt, sondern auch durch die aus der Holzwolle-Struktur mit einer Faserbreite von einem Millimeter entstehende charakteristische Optik. „Wir haben die produktspezifische Oberflächenstruktur von Heradesign bewusst eingesetzt. Durch in­dividuelle Farbgebung konnte eine optimale Abstimmung auf andere Materialien erfol­gen“, sagt Schonder. So harmonieren beispielsweise in den breiten Fluren die grau eingefärbten Deckenplatten mit dem ebenfalls grauen Linoleumboden. „Dieser gestal­terische Aspekt war ein wesentliches Kriterium zur Wahl des Deckensystems.“

Um Elemente der Haustechnik zu integrieren, wurden die entsprechenden Deckenplat­ten vor der Montage vor Ort zurechtgeschnitten. „Das Abhangdeckensystem sollte technische Installationen wie beispielsweise Leuchten, Lüftungselemente, Sprinkler, Brandmelder und Lautsprecher aufnehmen können“, verdeutlicht Schonder. So ließen sich in einigen Räumen Lichtgräben mit Anbauleuchten realisieren, in großflächigen Be­reichen hingegen Läuferverbände mit Einbauleuchten. „Als weiterer Produktvorteil hat sich während der Bauphase herausgestellt, dass man für nachträgliche Installationsar­beiten einzelne Deckenfelder mit geringem Aufwand temporär öffnen kann.“ Dank die­ser Revisionierbarkeit können Haustechniker im Alltag schneller arbeiten, ohne den Trockenbauer bemühen zu müssen. 

Akustikplatten sind nachhaltig und gesundheitlich unbedenklich

Der Neubau der Fachhochschule Bielefeld ist ein Paradebeispiel für nachhaltiges Bau­en. Die Planer haben beispielsweise eine der größten Geothermieanlagen Deutschlands realisiert, die Wärme aus dem Erdreich nutzt und eine Leistung von 700 Kilowatt hat - das entspricht der Heizleistung von 115 Einfamilienhäusern. Die Akustikplatten fügen sich in dieses Konzept der Nachhaltigkeit ein. So bestätigt beispielsweise das Siegel der gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation Forest Stewardship Council (FSC), dass die verwendeten Rohstoffe nichts mit illegalem Holzschlag und zerstörerischer Waldnutzung zu tun haben. Die Akustikplatten sind zudem Träger des Blauen Engels.

Weitere Informationen zu Holzwolle-Akustikplatten können per E-Mail an Heradesign/Knauf AMF angefordert werden.

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