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Uni Bonn entwickelt leistungsfähigen Dämmputz aus Großgräsern

(27.7.2016) Agrarwissenschaftler der Universität Bonn wollen einen neuartigen Putz mit herausragenden Wärmedämmeigenschaften entwickeln - und zwar auf Basis nach­wachsender Rohstoffe wie beispielsweise Großgräsern (Miscanthus x giganteus) aus Asien. Es wächst auch in heimischen Breiten erstaunlich schnell und wird bis zu vier Meter hoch. „Im Winter reifen die Halme ab und liefern einen außergewöhnlich stark strukturierten Porenraum, der sich vorzüglich als Dämmstoff eignet“, erklärt Prof Pude.

Zusammen mit Michael Petry von der Firma Petry Oberflächentechnik erforscht Prof. Pude seit mehreren Jahren, für welche technischen Zwecke sich die besonderen Ei­genschaften des Großgrases am besten nutzen lassen. Ein Bestandteil, das sogenann­te schwammartige Parenchym, zeigt eine bemerkenswerte Porenverteilung und sorgt im Dämmstoff dafür, dass die Wärmeenergie den so entstandenen Porenraum schwer durchdringen kann.


Prof. Dr. Ralf Pude (links) von der Universität Bonn und Michael Petry von der Firma Petry Oberflächentechnik. (Foto © Volker Lannert/Uni Bonn)

Aktuell bringen die Wissenschaftler speziell präparierte Miscanthus-Partikel in ein was­serabweisendes Bindemittel ein, wodurch eine porenreiche Masse entsteht, die mit ei­ner Spritztechnik aufgebracht werden kann. Diese Verarbeitung soll verhindern, dass sich das Miscanthus-Gewebe mit Wasser vollsaugen und dadurch seine wärmedäm­menden Eigenschaften verlieren kann. Zum anderen wirkt es wie ein Klebstoff. Eine nur zwei Zentimeter dicke Schicht aus dem entwickelten Dämmstoff zeigt dem Ver­nehmen nach bei internen Messungen „hervorragende Dämmwerte“.

„Die Miscanthus-Pflanze nimmt uns bereits große Teile der Produktion ab – sie liefert ein Halbfertigprodukt auf dem Feld“, sagt Petry. Deshalb musste für die weitere Ferti­gung nur noch ein passendes Bindemittel gefunden werden, um daraus einen Dämm­stoff mit maßgeschneiderten Eigenschaften für unterschiedliche Zwecke zu kreieren. Die Erkenntnisse der letzten zehn Jahre führten so zu einem Forschungsvorhaben, bei dem die Entwicklung eines mineralischen Dämmputzes im Vordergrund steht. Die Wis­senschaftler sind zuversichtlich, dass sich der „Miscanthus-Putz“ für bautechnische Anwendungen eignen wird.

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