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Treppenpodeste richtig (ein)planen

(27.7.2016) Nach spätestens 18 Stufen heißt es „Bühne frei!“ Hier finden Kinder Platz zum Spielen, Eltern bekommen eine zusätzliche Präsentationsfläche für ihre Mitbringsel und Großeltern kann eine Sitzgelegenheit für eine kurze Verschnaufpause hingestellt werden: Wie man sieht, unterbricht ein Podest den Treppenlauf nicht einfach nur; es hat das Potential für einen eigenständig Auftritt im häuslichen Treiben. Daher sollten Größe, Position und Funktionsweise umso sorgfältiger geplant werden. 


alle Fotos: Stadler Treppen

Spielwiese für den Architekten

Treppen geben einem Gebäude Struktur und können einen Raum gliedern. Das Gleiche gilt auch für Podeste und ihre Positionierung sowie Ausformung im Treppenverlauf. Bei Treppenpodesten unterscheidet man grundsätzlich  - abhängig vom Treppentyp - zwischen ...

  • Mittelpodesten zwischen zwei, auf einer Linie hintereinander liegenden Treppenabschnitten,
  • Wendepodeste bei bei zwei- bzw. gegenläufigen Treppen sowie
  • Eck- oder Viertelpodeste bei einer Richtungsänderung um 90°.

Dabei steht eine Reihe architektonischer Formen und Varian­ten, wie etwa Rechtecke, Quadrate, Viertel- und Halbkreis­segmente, Trapeze sowie ringförmige Segmente zur Verfü­gung. So eignen sich beispielsweise rechteckige Formen für einen geraden Treppenlauf, der direkt an der Wand montiert wurde. Kreis- und Ringsegmente finden hauptsächlich am An- und Austritt von Wendeltreppen Verwendung.

Nicht 08/15, sondern 18065

Wann genau ein Podest notwendig ist, steht in der DIN 18065. So ist beispielsweise unabhängig vom Gebäudetyp ein „Ruhe- oder Ausweichpodest“ erforderlich ...

  • bei einer mittleren Treppenneigung (zwischen 24 und 36°) nach spätestens 18 Stufen und
  • bei einer Treppenneigung über 36° nach einer Steigungshöhe von max. 3 m .

Liegt ein Richtungswechsel zwischen Treppenläufen vor oder erfolgt ein Zugang zu einem Zwischengeschoss, wird ebenfalls ein Podest erforderlich.

Idealmaße: 62-80-100

Die idealen Maße eines Podestes sind an den menschlichen Gang bzw. den Schritt­rhythmus angepasst. Der Bewegungssymmetrie entsprechend wird eine ungerade Schrittanzahl auf dem Podest am angenehmsten empfunden.

In der Breite soll das Treppenpodest mindestens der Stufenbreite (Laufbreite) ent­sprechen. Die Länge (Mindestabmessung) wird wiederum durch die DIN-Norm gere­gelt und richtet sich zudem nach dem durchschnittlichen Schrittmaß des Menschen (62 cm ±3 cm). Dadurch ergeben sich folgende Mindestabmessung:

  • Wohnhäuser mit bis zu 2 Wohnungen benötigen mindestens 80 cm (bzw. 2,5 Auftritte des Treppenlaufs),
  • für sonstige Gebäude ist ein Mindestmaß von 100 cm (bzw. 3 Auftritten des Treppenlaufs) festgelegt.

Weitere Informationen zu Podesttreppen können per E-Mail an StadlerTreppen angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen: