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Hotelfassade mit Fenstererkern für viele Blicke Richtung „Kirche des Fußballs“

(14.7.2016) Unbestritten: Das Fußballstadion im Londoner Stadtteil Wembley ist eine der berühmtesten Arenen der Welt. Die von Pelé als „Kirche des Fußballs“ bezeichnete Sportstätte ist der Ausgangspunkt des Olympic Way, einer ca. 400 m langen Prome­nade, die den Bahnhof Wembley Station mit dem Wembley-Stadium verbindet (siehe Google-Maps und/oder Bing-Maps):

Hinweis: Google hat hier mehrere Routen erfasst, nicht jede zeigt das fertige Novotel London Wembley.

Nordöstlich der Kreuzung Olympic Way und Fulton Road wurde für das Gelände eines ehemaligen Textilhandelshauses ein eigener Masterplan entwickelt, der eine Revitali­sierung des ganzen Quartiers zum Ziel hat. Inzwischen stehen hier ein zwanzigstöcki­ger Wohnturm sowie sieben- und zwölfstöckige Gebäude, die einen rund 1.200 m² großen Hof einschließen.

Im Zusammenhang mit diesem Konzept wurde auch der Bau des park inn-Hotels ge­plant, das nach seinem Verkauf heute Novotel London Wembley heißt. Das charakte­ristische Merkmal dieses Business-Hotels ist ganz unbestritten seine Fassade. Diese bildet in der Grundfläche dreieckige, asymmetrische Erker aus, deren einseitige Fens­terfläche den innen liegenden Raum in Richtung Wembley-Stadion öffnet: 


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alle Fotos © Richard Gooding

Die Ausrichtung der Verglasungselemente auf die weltberühmte Spielstätte ist so augenfällig, dass der Passant vom Olympic Way den Eindruck gewinnt, das gesamte Gebäude beobachte aufmerksam das dortige imaginäre Spielgeschehen.

In der Ansicht von Westen lockern die Erker die ansonsten kastenförmige Fassade kräftig auf. Erst auf den zweiten Blick wird dabei klar, dass die Anordnung einem strengen Rhythmus folgt. Dieser trägt nicht nur eine gewisse Ruhe ins vermeintli­che Chaos, er sorgte zugleich dafür, dass der planerische Auf­wand überschau- und vertretbar blieb. Die dreidimensional wirkende Fassade besteht nämlich im Kern aus einer ebenen vertikalen Fläche, die regelmäßig von identischen ein-, bzw. zweigeschossigen Erkern unterbrochen wird. Der Entwurf er­hält sich so seine Originalität und berücksichtigt außerdem die berechtigten, weil kostenrelevanten Belange von Vorfertigung und Montage.

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade ist aufgrund ihres Auf­baus mit variabler Unterkonstruktion prädestiniert für den Ein­satz unterschiedlicher Materialien. Beim Novotel London Wem­bley kamen relativ kleinteilige keramische Elemente zum Ein­satz, die das Gebäude mit einem warmen Erdton versehen. Alle auskragenden Bauteile sind vollständig metallisch verklei­det. Die dunkelgrau lackierten Fensterelemente nehmen sich dabei optisch zurück, während die übrigen Verkleidungen inklusive Untersichten farblich mit der Keramik kor­respondieren. Dabei nehmen die Alucobond-Fassadentafeln mit der Oberfläche Spectra Cupal die farbliche Vorgabe auf und interpretieren sie  mit einem metallischen Schim­mer. 

Auffällig an den so bekleideten nordwestlichen Ansichtsflächen ist zweierlei: die Alu­miniumverbundplatten, welche auch in großen Formaten ausgesprochen flächenstabil und verwindungssteif sind, wurden hier in zahlreiche kleinformatige Elemente aufge­trennt. Außerdem wurden die Fassadenelemente sichtbar vernietet, anstatt sie in Form von Kassetten ohne sichtbare Befestigungselemente einzuhängen. Diese Monta­gevariante ist nicht nur kostengünstiger, sondern wird von einigen Architekten auch ganz bewusst vor allem dann eingesetzt, wenn dem Betrachter die metallische Fassa­de bewusst gemacht werden soll.

Weitere Informationen zu Alucobond-Fassadentafeln können per E-Mail an 3A Composites angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen: