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SOKA-BAU: „Kraftlose Baukonjunktur im Mai 2016“

SOKA-BAU Urlaubsvergütung
  

(10.7.2016) Die Auswertung der von den Bauunternehmen an SOKA-BAU übermittelten Beitragsmeldungen hat ergeben, dass das effektive Arbeitsvolumen im Mai saisonbereinigt um 3,5% gegenüber dem Vormonat gesunken ist - nachdem im April das Arbeitsvolumen bereits um rund 1% geschrumpft war. Auch die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer sank weiter, und zwar um 1,0%, wäh­rend die Bruttolohnsumme um 0,2% zurückging.

Parallelen zu 2014

Nach einem milden Winter und damit starkem Jahresbeginn blieb die übliche Frühjahrs­belebung aus - ähnlich wie 2014. Die verfügbaren Indikatoren deuten aber auch da­rauf hin, dass es sich lediglich um witterungsbedingte Verschiebungen handelt. So ist der vom ifo Institut erhobene Geschäftsklimaindex für das Bauhauptgewerbe im Juni weiter gestiegen und hat den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung markiert - siehe Beitrag dazu vom 24.6.2016. Auftragseingänge und Baugenehmigungen sind zwar jüngst gesunken, liegen aber immer noch deutlich über dem Niveau vom Jahres­ende 2015.

Der erneute Rückgang der Langfristzinsen wirkt dabei wie ein Konjunkturprogramm für den Wohnungsbau. Bereits im Mai befanden sich die Zinsen für neu vergebene Hypo­thekenkredite nahe ihrer Allzeittiefststände, seitdem haben die Zinsen an den Kapital­märkten weiter nachgegeben - siehe Beitrag „Bauzinsen vorm Brexit-Entscheid“ vom 19.6.2016.

Der Wirtschaftsbau dürfte wiederum auf absehbare Zeit unter der gestiegenen Unsi­cherheit im Industriesektor leiden, die das Brexit-Votum mit sich bringt. Der öffentliche Bau profitiert dagegen 2016 insbesondere von höheren Investitionen im sozialen Woh­nungsbau.

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