Redaktion  || < älter 2016/0843 jünger > >>|   

Bauzinsen vorm Brexit-Entscheid

(19.6.2016) Die Abstimmung über den möglichen EU-Austritts Großbritanniens („Bre­xit“) am 23. Juni führte im Vorfeld des Entscheids dazu, dass Anleger vermehrt in deutsche Staatsanleihen investierten. Deren Renditen, die ein wichtiger Indikator für die Bauzinsen sind, rutschten erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik unter die 0%-Marke. In Kombination mit der Niedrigzinspolitik der EZB haben sich dann auch die Zinsen für zehnjährige Immobiliendarlehen auf rund 1,3% verbilligt. Nach Angaben von Interhyp  bewegen sich die Konditionen damit auf Niveau des historischen Allzeittiefs vom Frühjahr 2015:


Quelle: interhyp.de/zins-charts

„Die wirtschaftliche Stärke Deutschlands führt in Verbindung mit den moderaten Kon­junkturaussichten im Rest Europas und dem von vielen Investoren gefürchteten Brexit zu Negativrenditen bei deutschen Staatsanleihen und damit zu günstigen Refinanzie­rungsbedingungen bei den Banken", erklärt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG.

Zur Erinnerung: Die Europäischen Zentralbank hatte auf ihrer geldpolitischen Sitzung im März 2016 den Leitzins auf null Prozent gesenkt. Zudem bekräftigten die Notenban­ker Anfang Juni angesichts deflationärer Tendenzen die Fortsetzung ihrer lockeren Geldpolitik. Gleichwohl reagieren Immobilienkäufer bei der Kreditaufnahme laut Inter­hyp weiterhin besonnen. „Die Mehrheit der Immobilienkäufer nutzt die niedrigen Kon­ditionen, um möglichst hohe Tilgungen zu vereinbaren und den Schuldenabbau voran­zutreiben“, stellt Goris fest.

Langfristig wird aber wohl die Wahrscheinlichkeit für etwas höhere Zinsen stehen - zu diesem Ergebnis kommt das jüngste Interhyp-Bauzins-Trendbarometer. Ausschlag­gebend dafür sei die Ankündigung der amerikanischen Notenbank, den Leitzins dieses Jahr anzuheben. Doch auch eine nachlassende Nachfrage nach deutschen Staatsan­leihen könnte die Zinsen für Immobiliendarlehen leicht klettern lassen. Goris resümiert: „Die Renditeniveaus sind niedrig und werden grundsätzlich niedrig bleiben. Selbst wenn sich Baugeld in den nächsten Monaten etwas verteuern sollte - wirklich teuer wird es nicht.“

siehe auch für zusätzliche Informationen:

  • Interhyp AG
  • Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt - siehe deshalb ggf. Baugeld aktuell