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McKinsey-Studie: Ausblick der Baumaschinenindustrie optimistisch

Studie „Reengineering construction equipment“
  

(10.4.2016) Laut einer aktuellen Studie mit dem Titel „Reen­gineering construction equipment“, die McKinsey im Rahmen der bauma offiziell vorstellen will, rechnen die europäischen Baumaschinen-Hersteller mit jährlichen Wachstumsraten von 5 bis 6% und einer Verbesserung der Rendite um 2 Prozent­punkte bis 2020. 69% der Unternehmen blickten optimistisch in die Zukunft; jeder zehnte Hersteller ginge wiederum von schlechteren Geschäften aus. Chancen sehen die Unterneh­men laut Studie vor allem im ...

  • Marktwachstum außerhalb Europas und im
  • Aftermarket-Geschäft (Service und Wartung).

Sechs von zehn Unternehmen schätzen diese beiden Entwicklungen als entscheidende Branchentrends ein. Für die Studie wurden in Zusammenarbeit mit CECE, dem europäi­schen Verband der Baumaschinenhersteller, über 75 Unternehmen befragt.

Deutschland, Italien und Frankreich wichtigste Standorte

„Die Baumaschinenindustrie steht vor großen Umbrüchen“, betont Detlev Mohr, Leiter der europäischen Automobil- und Maschinenbauberatung von McKinsey. Hersteller sä­hen sich mit Veränderungen in vielen Bereichen konfrontiert:

  • intensiverer Wettbewerb in den Schwellenländern,
  • komplexere Kundenanforderungen,
  • stärkere Regulierungen sowie
  • Veränderungen durch datenbasierte Systeme, elektrische Antriebe und autonome Maschinen.

Insgesamt umfasst die Branche in Europa rund 450 Hersteller. Sie beschäftigt rund 150.000 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von rund 40 Milliarden Euro pro Jahr. Deutschland, Italien und Frankreich sind die Zentren der Industrie - mehr als die Hälfte der Hersteller ist in diesen Ländern zuhause.

Die Branche ist geprägt von kleinen und mittelständischen Anbietern (KMU): Zwei Drittel der europäischen Unternehmen erzielen weniger als 50 Millionen Euro Umsatz im Jahr, nur zehn Prozent kommen auf einen Umsatz über 1 Milliarde Euro. Gleichzeitig sind die Hersteller international: Mehr als 40% der Umsätze werden außerhalb Europas erwirtschaftet - vor allem in Nordamerika, dem Nahen Osten und Asien. Mehr als 100 verschiedene Maschinentypen - vom kompakten Bagger über Betonmischer bis hin zu Tunnelbohrmaschinen und Kränen - sind auf dem europäischen Markt zu finden. Einige Maschinen wie Raupen-/Kompaktbagger oder Radlader werden hunderttausendfach pro Jahr produziert, andere wie Grabenbagger oder mobile Fräsmaschinen nur in zwei- oder dreistelliger Stückzahl.

Kundenorientierung schlägt in Zukunft reine Größe

„Die Studie zeigt, dass das Wachstum neuer Absatzmärkte und das größere Service­geschäft die Branche in den nächsten Jahren prägen werden“, stellt Erik Sjödin, Co-Autor der Studie, fest. Obwohl Hersteller nach eigener Einschätzung auf diese Verän­derungen gut vorbereitet seien, gaben sie sich schlechtere Noten bei der dafür not­wendigen Gewinnung von Fachkräften sowie bei der Ausweitung ihres Geschäftsmo­dells - beispielsweise in Richtung Finanzierung und Leasing.

Sjödin: „Die zentralen Erfolgsfaktoren in der Industrie werden sich ändern - von ei­nem starken Fokus auf operative Exzellenz hin zu einer stärkeren Kundenorientierung.“ Während heute Größenvorteile und eine kosteneffiziente Produktion von den Herstel­lern als wichtigster Erfolgsfaktor genannt werden, seien in Zukunft ein noch intensive­res Kundenverständnis sowie eine Spitzenposition bei neuen Technologien entschei­dend. Dazu zählen beispielsweise kundenspezifische Anpassungen der Maschinen so­wie datenbasierte Modelle, die Auszeiten und Energieverbrauch reduzieren.

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