Redaktion  || < älter 2016/0275 jünger > >>|  

Wienerberger meldet bestes Jahr seit der Finanzkrise

(28.2.2016) Die Wienerberger AG berichtete im Rahmen der Veröffentlichung ihrer Er­gebnisse am 24.2. von einem sehr erfreulichen Wachstum 2015. In einem „herausfor­dernden Umfeld“ konnte die Wienerberger Gruppe laut eigenen Aussagen ihren Umsatz um 5% auf 3 Mrd. Euro und das operative EBITDA um 17% auf 370 Mio. Euro erhöhen. Insgesamt war das Geschäftsjahr 2015 geprägt von ...

  • einer sehr starken Entwicklung im ersten Halbjahr,
  • einer Eintrübung im dritten Quartal und
  • einem positiveren vierten Quartal.

„2015 war für Wienerberger das beste Jahr seit der Finanzkrise. Wir haben erneut einen Rekordumsatz erwirtschaftet und das Ergebnis der Gruppe zum fünften Mal in Folge signifikant gesteigert. Auf Grund der starken operativen Performance konnten wir einen Gewinn nach Steuern von 70 Mio. Euro erzielen. Wir haben unser Ziel - die Rückkehr in die Gewinnzone - klar erreicht“, erläutert Heimo Scheuch, Vorstandsvor­sitzender der Wienerberger AG. 


Grafik vergrößern

Nettoverschuldung um 14% gesenkt - Entschuldungsdauer bei 1,4 Jahren

Die Nettoverschuldung konnte im Geschäftsjahr 2015 von 622 Mio. Euro um 14% auf 534 Mio. Euro reduziert werden. Dies lag vor allem an einem deutlich höheren Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit. Rund 28 Mio. Euro an Liquidität brachte die Verwer­tung nicht betriebsnotwendigen Vermögens. Die Normalinvestitionen der Gruppe, die Investitionen in Instandhaltung und technologische Neuerungen sowie Verbesserun­gen des Produktsortiments beinhalten, umfassten 138 Mio. Euro. Für Wachstumsin­vestitionen wurden rund 10 Mio. Euro ausgegeben. Der Verschuldungsgrad verbesser­te sich gegenüber dem Vorjahr deutlich und betrug zu Jahresende 26%. Die Entschul­dungsdauer lag bei 1,4 Jahren.

Dividende 2015

Der Vorstand will der Hauptversammlung am 12. Mai 2016 vorschlagen, für das Ge­schäftsjahr 2015 eine Dividende von 20 Eurocent je Aktie an die Aktionäre auszu­schütten. Heimo Scheuch begründet die Entscheidung wie folgt: „Wir sind auf gutem Kurs und die Steigerung der Dividende von 33% ist ein klares Signal des Vertrauens in unsere eigene Stärke.“ 


Grafik vergrößern

Clay Building Materials Europe: operatives EBITDA steigt um 12% auf 249 Mio. Euro durch starke operative Performance

Die europäische Wohnbautätigkeit entwickelte sich insgesamt stabil bis leicht wach­send mit regionalen Unterschieden:

  • Insbesondere in Großbritannien, den Niederlanden, Rumänien, Bulgarien, Polen und Ungarn konnte eine positive Entwicklung des Wohnbaumarktes verzeichnet werden.
  • Belgien, Italien und Russland waren rückläufig; Frankreich ebenso, wobei hier die erwartete Stabilisierung am Ende des Jahres eintrat.
  • Unter Vorjahresniveau befanden sich der Ein- und Zweifamilienwohnbau sowie der Renovierungsmarkt in Deutschland und der Schweiz.
  • Österreich verzeichnete eine stabile Entwicklung des Wohnungsneubaus.


Grafik vergrößern

Insgesamt erwirtschaftete die Division Clay Building Materials Europe einen um 6% höheren Umsatz von 1.643 Mio. Euro. Das operative EBITDA stieg, trotz 11 Mio. Eu­ro Kosten für Strukturanpassungen, um 12% auf 249 Mio. Euro. Neben einer starken operativen Performance und dem Konsolidierungsbeitrag aus dem osteuropäischen Dachgeschäft im ersten Halbjahr wirkten sich die Neuausrichtung des Vertriebs in einzelnen Märkten, gesunkene Energiekosten sowie die laufende Effizienzsteigerung und die Optimierung der Strukturen positiv aus.

Erfreuliche Entwicklung der Kunststoffrohraktivitäten führt zu Ergebniswachstum in der Division Pipes & Pavers

In der Division Pipes & Pavers Europe entwickelte sich der Umsatz mit 1.044 Mio. Euro stabil, das operative EBITDA konnte um 8% auf 108 Mio. Euro gesteigert werden. Zu dieser erfreulichen Entwicklung haben vor allem die europäischen Kunststoffrohraktivi­täten beigetragen. Ein Rekordjahr im internationalen Projektgeschäft wirkte sich au­ßerordentlich gut auf den Produktmix und die Profitabilität aus. Darüber hinaus sei es gelungen, Marktanteile in den nordischen Kernmärkten zu gewinnen und damit die füh­rende Marktposition in der Region weiter auszubauen.

Wesentliche Grundlage für die erfreuliche Entwicklung des Ertrags waren erfolgreiche Maßnahmen, um der Rohstoffknappheit und dem Preisanstieg bei Kunststoffgranulaten entgegenzusteuern. Das Geschäft mit Betonflächenbefestigungen profitierte von der konsequenten Positionierung als Premiumanbieter sowie von den laufenden Program­men zur Kostenoptimierung, der Verbesserung des Produktmixes sowie einer gestie­genen Auslastung. Dies führte bei einem leicht wachsenden Umsatz zu einem deutli­chen Ergebnisplus. Das operative Ergebnis der Steinzeugrohr-Aktivitäten lag trotz leicht gestiegenen Umsatzes deutlich unter dem Vorjahr. Beeinflusst wurde dies vor allem durch die merkliche Abkühlung öffentlicher Investitionen in den wichtigen Märk­ten Deutschland und Polen, die nicht durch das Geschäft in den anderen Märkten kompensiert werden konnte.

Division North America erwirtschaftet 278 Mio. Euro Umsatz und 32 Mio. Euro opera­tives EBITDA In der Division North America stieg der Umsatz um 17% auf 278 Mio. Eu­ro; das operative EBITDA verbesserte sich signifikant von 11 Mio. Euro im Jahr 2014 auf 32 Mio. Euro im Berichtsjahr. Während im US-Ziegelgeschäft der Absatz auf Vor­jahresniveau lag, hatten erfolgreiche Kostensenkungsmaßnahmen positive Auswirkun­gen auf die Ertragskraft. Darüber hinaus profitierte die Division von fast 13 Mio. Euro aus dem Verkauf eines nicht betriebsnotwendigen Grundstücks. In Kanada führte die gestiegene Nachfrage zu einem Umsatz- und Ergebnisplus; ebenso im nordamerikani­schen Kunststoffrohrgeschäft. Insgesamt unterstützten vorteilhafte Währungseffek­te das Ergebnis der Division.

Geschäftsentwicklung im 4. Quartal 2015

Die Wienerberger Gruppe erwirtschaftete im Vergleich zum Vorjahr einen stabilen Kon­zernumsatz von 689 Mio. Euro. Das EBITDA konnte trotz Belastungen aus Strukturan­passungen im Ziegel- und Kunststoffrohrgeschäft um 10% auf 76 Mio. Euro verbessert werden. Die Division Clay Building Materials Europe verzeichnete im vierten Quartal ei­ne besonders starke Performance und steigerte ihren Umsatz um 2% auf 393 Mio. Eu­ro. Das operative EBITDA stieg signifikant um 26% auf 60 Mio. Euro. In der Division Pipes & Pavers Europe sanken der Umsatz um 5% auf 227 Mio. Euro und das operati­ve EBITDA um 20% auf 16 Mio. Euro. North America verbesserte den Umsatz im vier­ten Quartal um 11% auf 67 Mio. Euro und das operative EBITDA um 35% auf 5,5 Mio. Euro.


Grafik vergrößern

Ausblick und Strategie

Für 2016 erwartet Wienerberger eine Fortsetzung des leichten Marktwachstums in den Bereichen Ziegel, Dachziegel und Kunststoffrohre. Für das Geschäft mit kerami­schen Abwasserrohren geht der Konzern aufgrund der zurückhaltenden öffentlichen Infrastruktur-Investitionen in einigen wichtigen Märkten von einem leicht rückläufi­gen Umfeld aus. Für Betonflächenbefestigungen wird eine stabile Entwicklung der Nachfrage prognostiziert. „Wir blicken positiv in die Zukunft und sehen Potenzial für weiteres substanzielles Wachstum der Wienerberger Gruppe. 2016 wollen wir das ope­rative EBITDA auf 405 Mio. Euro steigern. Dies beinhaltet einen Beitrag aus dem Ver­kauf nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften von etwa 15 Mio. Euro. Für 2020 stre­ben wir einen Umsatz von deutlich mehr als 4 Mrd. Euro sowie ein operatives EBITDA von deutlich über 600 Mio. Euro an. Unser Erfolg ist das Ergebnis einer ganz klaren Strategie und ihrer konsequenten Umsetzung. Diesen Kurs werden wir fortsetzen“, so Heimo Scheuch. 


Grafik vergrößern

Der vollständige Jahresabschluss 2015 wird am 25. März 2016 veröffentlicht.

siehe auch für zusätzliche Informationen: