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Immobilieninvestitionen legten 2015 um mehr als 12% zu

(21.2.2016) Auf den deutschen Immobilienmärkten sind 2015 rund 219,4 Mrd. Euro investiert worden - das ist der höchste Wert seit Beginn der Erfassung 1988. Gegen­über 2014 ist dies ein Anstieg um rund 24 Mrd. Euro bzw. 12,3%. Zu diesem Ergebnis kommt eine Hochrechnung des Immobilienverbands IVD auf Basis des vom Bundesmi­nisterium für Finanzen erhobenen Grunderwerbsteueraufkommens.

„Die Schallmauer von 200 Mrd. ist durchbrochen, der deutsche Immobilienmarkt boom­te auch wieder im vergangenen Jahr“, freut sich Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD. „Aufgrund der soliden Wirtschaft in Deutschland und geopo­litischen Krisen im Ausland gilt der deutsche Immobilienmarkt bei vielen Investoren weiterhin als sicherer Hafen.“

Vorzieheffekte wegen der Grunderwerbsteuer!?

Außer im Saarland sind die Immobilienumsätze in allen Bundesländern mehr oder minder stark gestiegen. Das stärkste Umsatzwachstum gab es in ...

  • Brandenburg (+35,97% auf 4,87 Mrd. Euro),
  • Hamburg (+33,04% auf 10,64 Mrd. Euro) und in
  • Schleswig-Holstein (+27,18% auf 8,38 Mrd. Euro).

In Brandenburg wurde die Grunderwerbsteuer zum 1. Juli 2015 von fünf auf 6,5% er­höht. Das könnte zu einem erhöhten Transaktionsvolumen im Vorfeld maßgeblich bei­getragen haben und den starken Gesamtanstieg 2015 zum Teil erklären. Zudem profi­tiert das Berliner Umland immer stärker vom Immobilienboom in der deutschen Haupt­stadt. Im zweistelligen Prozentpunktebereich sind die Transaktionsvolumina auch in Berlin (+20,61% auf 16 Mrd. Euro) und Bremen (+18,26% auf 2,06 Mrd. Euro) gestie­gen.

Ein Umsatzrückgang war im Saarland mit einem Minus von 15,82% zu verzeichnen. Das Transaktionsvolumen ist von 1,53 auf 1,29 Mrd. Euro gesunken.

Bayern vor NRW und Baden-Württemberg erneut mit den höchsten Umsätzen

Mit 44,87 Mrd. Euro wurden wie bereits in den Jahren zuvor auch 2015 die höchsten Umsätze in Bayern erzielt. Im Vorjahresvergleich sind die Umsätze noch einmal um 10,19% angestiegen. An zweiter Stelle folgt Nordrhein-Westfalen mit 38,99 Mrd. Eu­ro. Hier ist das Transaktionsvolumen um knapp 1,63 angewachsen. Auf Platz drei liegt Baden-Württemberg mit einem Umsatz von 32,09 Mrd. Euro - ein Plus von 18,07% gegenüber dem Vorjahr.

Zur Ermittlungsmethode: Das Immobilientransaktionsvolumen bzw. der Immobilien­umsatz umfasst sämtliche private und gewerbliche Immobilientransaktionen, für die Grunderwerbsteuer zu entrichten sind. Da die überwiegende Zahl der Transaktionen - mit Ausnahme der Fälle, bei denen Erbschafts- und Schenkungssteuer anfallen, so­wie Share-Deals - dieser besonderen Umsatzsteuer unterliegen, gilt diese Statistik ein probates Mittel, die jährlichen Immobilienumsätze zu erfassen.

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