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„Solarstrom lohnt sich 2016 mehr denn je“

(10.1.2016) Entgegen regelmäßigen düsteren Voraussagen von Vertretern der Solar­branche im vergangenen Jahrzehnt, wonach PV-Anlagen für Häuslebauer durch Ab­senkung der Solarstrom-Vergütung im Rahmen des EEG unattraktiv würden, scheint sich der eigene Strom vom eigenen Dach doch weiterhin finanziell zu rechnen - laut Branchenvereinigung Solar Cluster Baden-Württemberg 2016 sogar „mehr denn je“. Die Renditeaussichten für Neuanlagen seien u.a. deshalb besser geworden, weil die Investitionskosten in den letzten zwei Jahren noch einmal um bis zu 10% gesunken seien. Den geringeren Investitionskosten stünden überdies höhere Einnahmen gegen­über: Denn den in der eigenen Anlage produzierten Sonnenstrom selbst zu verbrau­chen, sei aufgrund des im Januar gestiegenen Strompreises jetzt lohnender. „Bei ei­ner guten Planung und erhöhtem Eigenverbrauch sind insgesamt Renditen von fünf bis sechs Prozent möglich - mehr als jede Festgeldanlage derzeit bringt, und das ökologisch“, verspricht Carsten Tschamber vom Solar Cluster.

Preisverfall der Technik

Tschamber rechnet vor, dass Anfang 2006 schlüsselfertige Aufdach-Anlagen bis 10 Kilowatt installierter Leistung (kWp) im Durchschnitt um die 5.000 Euro pro kWp kos­teten. 2014 waren es noch 1.640 Euro pro kWp. „Jetzt beträgt der durchschnittliche Preis sogar nur noch 1.490 Euro“, so Tschamber.

Höhere Strompreise, stabile Einspeisevergütung

Flankiert werden die gesunkenen Kosten durch die erhöhte Profitabilität des Eigenver­brauchs: Der durchschnittlich um 2% gestiegene Strompreis macht es noch attrakti­ver, den Solarstrom selbst zu verbrauchen. Hinzu kommt: Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. März 2016 bleibt die Förderung für neue Hausdachanlagen bis 10 Kilowatt in­stallierter Leistung mit 12,31 Cent pro Kilowattstunde (kWh) gleich hoch.

Eigenverbrauch statt Einspeisung

Treiber der Rendite ist nicht mehr die Einspeisung, sondern ganz klar der Eigenver­brauch des Ökostroms. Denn Strom aus einer neuen Photovoltaik-Anlage ist rund halb so teuer wie Strom vom Energieversorger. Der Haushaltsstrompreis liegt derzeit netto bei rund 25,5 Cent pro Kilowattstunde, die Kosten für den Photovoltaikstrom vom ei­genen Dach sind inzwischen auf 11 bis 13 Cent pro kWh gesunken. Wer also den eige­nen Solarstrom verbraucht und nicht verkauft, spart die Differenz von derzeit rund 13 Cent.

Um mit der Solaranlage Renditen von fünf bis sechs Prozent zu erreichen, sollten die Besitzer daher den Eigenverbrauch möglichst erhöhen. Das bedeutet, den Stromver­brauch im Haus auf den von der PV-Anlage gelieferten Strom abzustimmen. Eine sorg­fältige Dimensionierung und Planung der Anlage ist aus diesem Grund unabdingbar. Das Solar Cluster rät, sich dazu an spezialisierte Firmen aus der Region zu wenden.

In der Regel ist der Eigenverbrauch ohne zusätzliche Maßnahmen auf 25 bis 30 Pro­zent begrenzt. Mittel, um ihn zu erhöhen, sind ...

  • die Verlagerung des Stromverbrauchs in die Mittagsstunden; die Spülmaschine oder der Wäschetrockner werden dann zwischen 11 und 15 Uhr und nicht am Abend angestellt,
  • die Ausrichtung der Module nicht nach Süden wie üblich, sondern nach Osten und Westen; ihr Ertrag reicht bis in die Abendstunden, wenn die Bewohner wie­der im Haus sind, und der Eigenverbrauch kann in diesen Fällen auf 30 bis 40 Prozent steigen, sowie
  • Batterien, die inzwischen an der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit stehen und wei­ter finanziell gefördert werden - siehe Baulinks-Beitrag „Solar-/Heimspeicherpro­gramm läuft weiter“ vom 27.11.2015.

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