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Forschungsvorhaben: Eignung von Parkett unter geänderten Klimabedingungen

(25.11.2015) Extreme Klimabedingungen erleben wir in der freien Natur immer häufiger. Zwar sind Schlagregen, extreme Frost-Tau-Wechsel und Dürre im Wohnzimmer kein Thema. Aber auch in Innenräumen ist eine Zunahme von schlagartigen Änderungen der klimatischen Bedingungen zu beobachten: Heizungen werden - nicht zuletzt auch wegen attraktiver Smart-Home-Lösungen für mobile Geräte - häufiger auf- und abge­dreht, die Raumluft wird mechanisch entfeuchtet, Holzböden erobern sich Feuchträu­me. „Damit setzen sich die deutschen und europäischen Parketthersteller in mehreren laufenden Forschungsvorhaben gezielt auseinander“, informiert Michael Schmid, Vor­sitzender des Verbandes der deutschen Parkettindustrie (vdp). „Aufbauend auf diesen Ergebnissen soll die bisherige Zusammenarbeit aller Gewerke intensiviert werden, um Kunden noch bessere Produkte aus echtem Holz bieten zu können“, so Schmid. Und so lädt der vdp-Vorsitzende Parketthersteller, Verleger, Klebstoffindustrie, Fußboden­heizungshersteller, Estrichindustrie und Sachverständige zu einem gemeinsamen Dia­log ein.

Insbesondere verweist Schmid dabei auf das europäische Forschungsprojekt „EUROPArquet“, das unter der Mitwirkung der europäischen Parketthersteller sowie des vdps und der Föderation der Europäischen Parkettindustrie (FEP) am Institut für Holztechnologie Dresden (ihd) und von der Holzforschung Austria (HFA) durchgeführt wird. Dieses zielt darauf ab, dass reproduzierbare und einheitliche Prüfmethoden in Bezug auf die Oberflächen- und Verklebungsqualität sowie die Klimabeständigkeit von mehrschichtigen Parkettböden entwickelt werden - siehe auch Baulinks-Beitrag „,EU­ROPArquet‘ soll Prüfmethoden für Oberflächen- und Verklebungsqualität entwickeln (20.5.2014)

Das nationale Projekt „Parkettkleber“ läuft am Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI) unter der Beteiligung vom vdp und dem Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik (ZVPF), in dessen Fokus das Verhalten von Parkett bei Renovierungen mit wasserba­sierten Beschichtungen steht.

In einem dritten Projekt an der Universität Hannover beschäftigt sich Prof. Dr. Rapp im Auftrag des ZVPF mit einer möglichen Klassifizierung von Mehrschichtparkett auf Fußbodenheizung.

Nach Abschluss der Forschungsprojekte soll in den Fachgremien über die Auswirkun­gen der Ergebnisse auf Produktebene beraten werden. „Ohne diese Erkenntnisse ist es derzeit weder möglich, Aussagen zu Prüfmethoden zu treffen, noch die vom ZVPF favorisierte Idee etwaiger Klassifizierungen zu vertiefen. Grundsätzlich muss nach Ab­schluss der Forschungsvorhaben die Frage intensiv diskutiert werden, welche mögli­chen Maßnahmen und weitere Vorgehensweisen für das Naturprodukt Parkett nutzen­stiftend sind und im Interesse der Kunden liegen“, resümiert Schmid.

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