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Grüne Fassaden als natürliche Klimaanlagen


  

(22.10.2015) Begrünte Fassaden kühlen im Sommer und wir­ken wärmedämmend im Winter - u.a. dank der Verdunstungs­kühle und des Luftpolsters, welche sich durch die Vegetation ergeben. Die Blätter und Zweige fangen zudem als natürliche Staubfilter auch Schadstoffe auf und dämmen Schallwellen ein. „Aber man muss auch wissen, dass einige Kletterpflanzen pflegeintensiv sind und der Bausubstanz schaden können“, erinnert Andreas Skrypietz von der Klimaschutzkampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstif­tung Umwelt (DBU). „Welche Pflanzen für den Fassadenbewuchs in Frage kommen, wissen Fachleute, zum Beispiel von der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung.“

Fassadenbegrünung - gut fürs Haus- und Stadtklima

Besonders in Städten bieten begrünte Fassaden außerdem vielen Tieren einen Lebens­raum: Insekten - wie beispielsweise wilde Bienen und Schmetterlinge - finden im Fas­sadengrün Unterschlupf, und auch viele Vögel nutzen die grüne Wand als Nahrungs- und Nistplatz.


Bild aus dem Beitrag „Kyocera pflanzt ,Green Curtains‘“ vom  6.9.2012  (Bild vergrößern)
  

Passende Jahreszeiten für eine Bepflanzung der Fassade sind laut Skrypietz das Frühjahr oder der Herbst. Damit sie ausrei­chend Licht bekommen, sollten die Kletterkünstler vorrangig auf der Süd- und Westseite des Hauses angepflanzt werden. Wichtig sei, regelmäßig zurückzuschneiden, abgestorbene Pflanzenteile zu entfernen und die Triebe falls nötig in die Klet­terhilfen einzuflechten. Außerdem müssten Fenster, Fenster­läden, Dächer, Fallrohre, Blitzableiter, Markisen und Luftaus­trittsöffnungen vom Bewuchs freigehalten werden.

Selbstklimmer versus Gehölze an Kletterhilfen

Am pflegeleichtesten sind selbst klimmende Kletterpflanzen (Selbstklimmer) wie Efeu, Kletterhortensie oder Wilder Wein, da sie ohne Kletterhilfen auskommen. Doch die Haftwurzeln oder Haftfüße der Pflanzen können Schaden am Putz anrich­ten - besonders dann, wenn sie wieder entfernt werden sol­len. „Eine gute Alternative sind daher Gehölze, die an Kletter­hilfen entlang ranken wie Blauregen oder Kletterrosen“, erklärt Skrypietz. „Aber auch dabei sollte man darauf achten, dass die Rankhilfen für die Wand geeignet sind und die Fassadendämmung nicht beschädigt wird.“ Alternativen zu Systemen, die in der Wand befestigt werden, könnten vorgehängte Seile sein.

Besonders nach einer Sanierung, wenn die Fassade neu gemacht wurde oder die Außenwände nachträglich gedämmt wurden, biete es sich an, über eine Bepflanzung nachzudenken. „Wer energetisch saniert und die Fassade danach begrünt, tut gleich doppelt etwas für Umwelt- und Klimaschutz“, resümiert Skrypietz.

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