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Wärmemonitor Deutschland 2014: Heizenergiebedarf in Mehrfamilienhäusern

(11.10.2015) 2014 ist der um witterungsbedingte und klima­tische Einflüsse bereinigte Heizenergieverbrauch (Heizener­giebedarf) in Mehrfamilienhäusern in Deutschland um 2,7% gegenüber dem Vorjahr gesunken. Dies entspricht etwa 3,4 kWh/m² Wohnfläche und ergab sich insbesondere durch die Entwicklung in den westlichen Bundesländern. Wegen der vergleichsweise niedrigen Energiepreisen sind die Kosten so­gar um 12% gesunken - deutschlandweit von 11,14 auf 9,85 Euro/m² Wohnfläche.

„Sanierungszyklen von Wohngebäuden dauern etwa 75 Jahre“

Diese Zahlen ergeben sich aus dem vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) gemeinsam mit dem Energie­dienstleister ista Deutschland GmbH erarbeiteten Wärmemonitor Deutschland 2014. Allerdings lassen neue Schätzungen darauf schließen, dass die Sanierungszyk­len von Wohngebäuden etwa 75 Jahre dauern und damit deutlich länger sind als bis­her angenommen. „Der Wärmemonitor 2014 zeigt zwar deutliche Fortschritte beim Energiebedarf. Gemessen an den politischen Zielen der Bundesregierung dürften sie jedoch nach wie vor nicht ausreichen“, sagt DIW-Energieexperte Claus Michelsen.

Energetische Erneuerung und/oder geringinvestive Effizienzmaßnahmen

Um die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen, müssen im Bereich der Raumwärme große Energieeinsparungen erzielt werden, die auf lange Sicht eine umfassende energetische Erneuerung des gesamten Gebäudebestandes erforderlich machen. „Ergänzend können geringinvestive Effizienzmaßnahmen in Wohn­immobilien, wie zum Beispiel die gezielte unterjährige Information von Verbrauchern über ihre Energieverbräuche und die damit verbundenen Kosten, erheblich zum Errei­chen der Klimaschutzziele beitragen“, sagt Walter Schmidt, CEO von ista Deutschland.

Vor diesem Hintergrund erhebt das DIW Berlin gemeinsam mit der ista Deutschland GmbH den Wärmemonitor, der auf einem Datenbestand von jährlichen Heizenergieab­rechnungen für rund 300.000 Mehrfamilienhäuser in ganz Deutschland basiert und ei­ne regionale Differenzierung erlaubt. Der Wärmemonitor ist erstmals 2014 mit einem umfassenden Überblick über die Entwicklung im Zeitraum 2003 bis 2013 erschienen. Der nun vorliegende Wärmemonitor 2014 ist eine Aktualisierung, die nunmehr jährlich durchgeführt werden soll.

Regionale Unterschiede schwinden allmählich

Der Wohnungsbau entwickelt sich im derzeit günstigen Umfeld von steigender Nach­frage, niedrigen Zinsen, guten Arbeitsmarktaussichten und anhaltender Zuwanderung positiv, insbesondere in den urbanen Zentren. Damit stieg im vergangenen Jahr auch das Volumen der Modernisierungen und energetischen Sanierungen des Gebäudebe­stands. Aufgrund der dynamischen Entwicklung vor allem in Westdeutschland haben die alten Länder kräftig gegenüber dem bereits in der Nachwendezeit umfassend sa­nierten Wohnungsbestand in Ostdeutschland aufgeholt: Während im Jahr 2003 der durchschnittliche Energiebedarf in Westdeutschland mit 152 kWh/m² Wohnfläche noch um 19 kWh höher war als in Ostdeutschland, kann für die abgelaufene Heizpe­riode mit 0,5 kWh kaum noch ein Unterschied festgestellt werden (West 2014: 121 kWh, Ost 2014: 120,5 kWh).

Auch in anderen Regionen nivellieren sich die Unterschiede beim Energiebedarf. Eini­ge Regionen in Bayern und Baden-Württemberg haben bereits mit Regionen in Ost­deutschland gleichgezogen. Grundsätzlich ist der Energiebedarf im Nordwesten Deutschlands deutlich höher als im Süden.

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