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BINE-Themeninfo: Null- und Plusenergiegebäude planen und bilanzieren

(4.10.2015) Bisher sind die meisten Gebäude im Bestand reine Energieverbraucher. Doch verfügen Gebäude durchaus über die Möglichkeit, die von ihnen benötigte Energie auch selbst zu er­zeugen. Das neue, 20-seitige BINE-Themeninfo „Null- und Plusenergiegebäude“ (II/2015) präsentiert dazu die verschie­denen Konzepte. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage, wie die Energiebilanz dieser zukunftsweisenden Gebäude zu erfolgen hat. Das Spektrum der vorgestellten Praxisbeispiele reicht vom Einzelgebäude bis zu Quartieren.

In den letzten Jahren erfreuen sich Gebäudekonzepte mit aus­geglichener oder positiver Energie- und Emissionsbilanz wach­sender Beliebtheit bei Architekten und Bauherren. Sie werden als „Plusenergiehaus“, „Energieplushaus“, „Nullemissionshaus“, „EffizienzhausPlus“, „Passivhaus Plus“ oder „AktivPlushaus“ bezeichnet. All diesen Konzepten ist gemein­sam, dass sie rechnerisch im Jahresmittel nicht mehr Energie aus dem Netz beziehen als sie dorthin aus eigener Erzeugung wieder einspeisen. Allerdings fehlen in Deutsch­land für diese Hauskonzepte einheitliche Standards und Definitionen für Umrechnungs­faktoren, Bilanzgrenzen und eine Bewertung des Eigenbedarfs. Zudem sollte eigentlich auch die graue Energie, also der Energiebedarf für die Herstellung der Baustoffe und die Errichtung der Bauten, mit Blick auf den gesamten Lebenszyklus in die Bilanz ein­fließen.

Prof. Karsten Voss und Eike Musall von der Bergischen Universität Wuppertal (Bauphy­sik und Technische Gebäudeausrüstung) sind die Autoren des BINE-Themeninfos. Sie haben von 2008 bis 2013 in der IEA-Arbeitsgruppe „Towards Zero Energy Solar Buil­dings“ mitgearbeitet. Experten aus 18 Ländern hatten hier ihre Erfahrungen mit derar­tigen Gebäudekonzepten diskutiert. Der deutsche Beitrag erfolgte im Rahmen der For­schungsinitiative EnOB - Forschung für Energieoptimiertes Bauen des BMWi.

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