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BBSR-Studie: Leerstehende große Immobilien neu beleben


  

(9.8.2015) Leerstehende Großimmobilien wie ehemalige Wa­renhäuser und Gewerbebauten sind für Innenstädte mehr als nur ein Schönheitsfleck. Eine neue Publikation zeigt, wie Städ­te und Gemeinden die negativen Effekte solcher Leerstände möglicherweise mindern und eine neue Nutzung für die Gebäu­de finden können – sei es für Handel, Wirtschaft, Kultur oder Wohnen.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat in einem Forschungsprojekt Strategien der Städte Bocholt, Elmshorn, Dessau-Roßlau, Mülheim an der Ruhr, Nürn­berg, Offenbach und Peine untersucht und Handlungsempfeh­lungen für die Steuerung der Projekte formuliert. Die Veröffent­lichung richtet sich besonders an Vertreter aus der Kommunalpolitik und Fachleute in Kommunalverwaltungen.

„Das Warenhaussterben der letzten Jahre hat Löcher in die Innenstädte gerissen. Auch in wirtschaftlich starken Städten ist eine neue Nutzung der oft stadtbildprägen­den Gebäude extrem schwierig - auch weil Investoren oft kaum rentable Perspektiven sehen. Die Beispiele zeigen, dass Kommunen gemeinsam mit der lokalen Wirtschaft und der Bürgerschaft Konzepte umsetzen, die weit über das einzelne Gebäude hinaus­reichen und den Innenstädten insgesamt zugute kommen. Kommunen und Einzelhan­del ziehen dabei an einem Strang“, so BBSR-Direktor Harald Herrmann.

 „Standort“, „Objekt“, „Akteure“, „Instrumente“

Die Broschüre beschreibt anhand dieser vier Handlungsfelder die wesentlichen Schritte für eine erfolgreiche Projektentwicklung: So gilt es, ...

  • die Eigentumsverhältnisse zu klären,
  • die Kooperation mit den Eigentümern der Immobilie anzuschieben,
  • mögliche Nutzungen abzuwägen,
  • die Akteure im Umfeld wie Gewerbetreibende und die lokale Öffentlichkeit ein­zubinden sowie
  • das öffentliche Interesse in privatwirtschaftlich betriebene Projektentwicklun­gen zu integrieren.

Von Beginn an sei es wichtig, auch die Aufwertung des Umfeldes der leerstehenden Immobilie als Ziel zu formulieren. Eine Quartiersstrategie kann Aufwertungsmaßnah­men benennen. Falls eine Kooperation mit den Eigentümern der leerstehenden Immo­bilie nicht zustande kommt, können Kommunen mit Hilfe planungsrechtlicher Instru­mente die Modernisierung eines Gebäudes anordnen. Die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Projektentwicklung.

Die Veröffentlichung „Nachnutzung leerstehender Großstrukturen“ kann per E-Mail an BBSR  kostenlos angefordert werden und ist als PDF-Datei down­loadbar.

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