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Green Roof Leadership Award für die fernerkundliche Identifizierung von Gründächern

(20.4.2015) Mit dem „Green Roof Leadership Award“ in der Ka­tegorie „Gründach-Pioniere“ wurden am 20.4. in Istanbul beim 4. Internationalen Gründach-Kongress der Deutsche Dachgärt­ner Verband (DDV) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für ihr Projekt zur fernerkundlichen Identifi­zierung von Vegetationsflächen auf Dächern ausgezeichnet. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat das Projekt fachlich und finanziell mit über 100.000 Euro gefördert. Der Internationale Gründach-Verband „International Green Roof Association“ (IGRA) will mit der Ehrung die Innovations- und Pionierleistung sowie internationale Ausstrahlung von Projek­ten betonen.

DDV-Geschäftsführer Wolfgang Ansel freut sich über die Aus­zeichnung und betont ihre inhaltliche Bedeutung: „Alle Städte haben weltweit letztlich die gleichen Probleme mit dem Klimawandel und sind froh, dass es jetzt eine Möglichkeit gibt, potenzielle Flächen für die Dachbegrünung zu er­mitteln.“ DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann gratuliert den Preisträgern: „Dachbegrünungen sind ein innovativer Beitrag zur Lösung der wachsenden Proble­me der Stadtentwässerung, des Artenschutzes und des Stadtklimas.“

Um die Verbreitung begrünter Dächer in Deutschland weiter voranzutreiben und städ­tischen Fachbehörden Informationen zur Unterstützung der Gründach-Politik zu ge­ben, entwickelt der DDV mit verschiedenen kommunalen Partnern, der HafenCity Uni­versität Hamburg und dem DLR eine Methodik, mit der aus der Vogelperspektive be­reits vorhandene und potenzielle Vegetationsflächen auf Dächern identifiziert und in­ventarisiert werden können. Denn trotz der langen Tradition der Dachbegrünung in Deutschland hätten nur ganz wenige Kommunen detaillierte Angaben über die Anzahl der begrünten und bepflanzbaren Dachflächen, so Ansel.


Gründach-Inventarisierung aus der Vogelperspektive; © Luftbild Karlsruhe / DLR (Bild aus dem Beitrag „Gründach-Inventarisierung aus der Luft beim 2. Fachseminar Dachbegrünung für Kommunen“ vom 5.2.2015)

„Hochauflösende Satelliten- und Luftaufnahmen werden mit dreidimensionalen Gebäu­deumrissen oder Gebäudekatasterdaten verbunden. Die Kombination liefert Informatio­nen über Oberflächenmaterialien, Gebäudehöhe und Dachneigung“, erklärt Ansel. Mit den Daten, die als Werkzeug einer nachhaltigen Stadtentwicklung eingesetzt werden können, sollen kommunale, landes- und bundesweite Fach- und Naturschutzbehörden, Umweltorganisationen, Planungsbüros und Landschaftsarchitekten angesprochen wer­den. Ansel: „Wenn die Grundlagendaten vorliegen, lässt sich die Methodik sicherlich auch auf internationaler Ebene einsetzen.“

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