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Leitfaden zu Brandrisiken bei Photovoltaik-Anlagen

Leitfaden zu Brandrisiken bei Photovoltaik-Anlagen
  

(19.4.2015) Fast vier Jahre lang hat ein Forscherteam aus Deutschland und der Schweiz die Brandrisiken bei Photovoltaik-Anlagen untersucht. Jetzt liegen die Ergebnisse in Form eines über 300 Seiten starken Leitfadens vor: Unter Federführung von TÜV Rheinland zusammen mit Fraunhofer ISE haben die Experten diesen kostenlosen Leitfaden mit Empfehlungen für die brandschutzgerechte Planung, Installation und den Betrieb von PV-Anlagen veröffentlicht.

Florian Reil, Geschäftsfeldleiter Solarenergie bei TÜV Rheinland und Projektleiter, fasst die Ergebnisse so zusammen: „Brand­risiken bei Solaranlagen sind gering, aber sie lassen sich leicht noch weiter reduzieren.“ Dazu sollen beitragen können ...

  • eine verbesserte Qualifizierung der Installateure,
  • eine technische Abnahme und regelmäßige Überprüfung der Anlagen sowie
  • neue technische Entwicklungen wie Detektoren für gefährliche Lichtbogen.

Emotionale Berichterstattung versachlichen

Denn die häufigsten Brandursachen sind Installationsfehler, gefolgt von Produkt- und Planungsmängeln. Hermann Laukamp, bei Fraunhofer ISE für die Analyse der Scha­densfälle zuständig, ergänzt: „Ein wichtiges Ziel des Projektes war es auch, die teils emotionale Berichterstattung zum Thema Brandsicherheit bei Photovoltaikanlagen zu versachlichen. Dies ist gelungen, und durch die intensive Aufklärungsarbeit konnten auch bei den Feuerwehren viele Vorurteile ausgeräumt werden.“


Foto: TÜV Rheinland AG / Reinhard Witt (Bild vergrößern)

Im Rahmen des Projektes haben die Forscher systematisch Schadenfälle bei Solaran­lagen in Deutschland untersucht. Das Resultat:

  • Bislang konnte sicher in rund 210 Fällen festgestellt werden, dass Brände durch Photovoltaik-Anlagen verursacht wurden,
  • Davon blieb der Schaden in 130 Fällen auf die Solaranlage begrenzt.
  • Zum Vergleich: Derzeit sind in Deutschland über 1,5 Millionen Solaranlagen im Betrieb.

Gefahr durch zunehmende Alterung

Nach Ansicht der Experten muss in den kommenden Jahren mit einem Anstieg von Bränden durch Photovoltaik-Anlagen gerechnet werden. Denn mit zunehmender Alte­rung der Materialien werden Isolationsfehler, Kontaktprobleme und Übergangswider­stände zunehmen. Vor diesem Hintergrund ist der jetzt veröffentlichte technische Leitfaden besonders wichtig, da er Hilfen zur Reduzierung dieser Risiken verspricht.

Der Leitfaden gibt Auskunft zur Bewertung möglicher Brandrisiken, die durch eine Pho­tovoltaik-Anlage selbst oder fremdbedingt sein können. Ferner werden Möglichkeiten zur Reduzierung des Risikos zur Entstehung von Bränden dargestellt und die Sicher­heit von Rettungskräften und Feuerwehren im Einsatz beleuchtet. Ziel ist es, auf al­len Ebenen - von der Planung über die Auswahl der Produkte, die Installation und den Netzanschluss mit Abnahme bis zum dauerhaften Betrieb - und selbst im Schadenfall ein größtmögliches Maß an Sicherheit zu schaffen, um Photovoltaik als verlässliches Element einer zukunftsfähigen Energieversorgung zu etablieren. Deutschland ist hier­bei insbesondere wegen der breiten und langjährigen Erfahrung beim Einsatz von So­larenergie zur Stromerzeugung ein wichtiger internationaler Leitmarkt.

TÜV Rheinland und Fraunhofer ISE haben zusammen mit weiteren Partnern das For­schungsprojekt zum vorbeugenden Brandschutz bei Photovoltaik-Anlagen seit 2011 durchgeführt. Partner des Projektes waren unter anderem die Branddirektion München, Energiebau Solarsysteme, die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), Cur­renta sowie die Berner Fachhochschule.

Der Leitfaden ist downloadbar unter pv-brandsicherheit.de > Veröffentlichungen (direkter PDF-Download).

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