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Weltweite Asbest-Aktionswoche vom 1. bis 7. April 2015


  

(29.3.2015) Die Asbestos Disease Awareness Organization (ADAO), die Asbestopfern weltweit eine Stimme geben will, hat zur weltweiten Asbest-Aktionswoche vom 1. bis 7. April 2015 aufgerufen.

Asbest ist ein bekannter Krebserreger, der seit Ende des 19. Jahrhunderts weithin als Bau- und feuerfestes Material ver­wendet wird. Sind Menschen jedoch Asbest ausgesetzt, ha­ben sie ein erhöhtes Risiko an Lungenkrebs, Asbestmesothe­liom oder Asbestose zu erkranken. Zur Erinnerung:

  • Lediglich 55 Länder haben Asbest ganz verboten.
  • Laut der US-Behörde United States Geological Survey sind Russland, China, Bra­silien und Kasachstan die vier Hauptproduzenten von Asbest.
  • Die Europäische Union, die Türkei, Japan, Südkorea, Singapur und Australien ha­ben ein vollständiges Verbot von Asbest eingeführt, während Neuseeland die Verwendung von Asbest in Neubauten verboten hat.
  • Die USA, Indien, Indonesien, China, Russland und Brasilien nutzen Asbest wei­terhin uneingeschränkt.
  • Jedes Jahr sind weltweit ca. 125 Millionen Menschen am Arbeitsplatz Asbest ausgesetzt.
  • Jedes Jahr sterben laut Weltgesundheitsorganisation über 107.000 Menschen an Krankheiten, die durch Asbest verursacht wurden.
  • Während weiterhin vielversprechende Forschung betrieben wird, ist Prävention momentan das einzige Mittel gegen Asbestmesotheliom und andere asbestbezo­gene Krankheiten.

Die Aktionswoche konzentriert sich auf drei entscheidende Themen:

  1. Das Verbot des Abbaus und der Nutzung von Asbest in Ländern, in denen es noch erlaubt ist.
  2. Die Vermeidung von Asbest in Wohnungen und an Arbeitsplätzen.
  3. Die Erhöhung der Sicherheit für Arbeiter, die Asbest ausgesetzt sein könnten. Durch die Verschärfung bestehender Gesetze und Vorschriften soll sichergestellt werden, dass sie sichere Schutzkleidung tragen und effektiv dekontaminiert werden.

Jeden Tag sollen in der Aktionswoche aktuelle Informationen und Aufklärungsmateria­lien bereitgestellt, Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation porträtiert, Videos und Musik vorgestellt und Geschichten von Menschen erzählt werden, die an dieser Krankheit gestorben sind oder Angehörige verloren haben. Ihren Höhepunkt er­reicht die Woche am 7. April mit einer Online-Kerzenmahnwache. Jeder kann teilneh­men und die Aktionswoche auf der Website und in den sozialen Medien mitverfolgen.

Die ADAO-Präsidentin Linda Reinstein war 2004 eine der Mitgründerinnen der ADAO, als ihr Ehemann Alan die Diagnose Asbestmesotheliom bekam. 2006 verlor er seinen Kampf gegen die Krankheit. Seit ihrer Gründung ist die ADAO weltweit tätig, um die Aufmerksamkeit hinsichtlich der Gefahren und Auswirkungen von Asbest zu erhöhen. Dazu soll die Asbest-Aktionswoche beitragen, die seit 2004 jedes Jahr stattfindet. Reinstein erklärt: „Wir können den Kampf gegen Asbest und die damit zusammenhän­genden Todesfälle nicht alleine weiterführen. Deshalb bitte ich jeden, sich zu beteili­gen: mutig und entschieden! Nur so können wir ein weltweites Verbot erwirken und weitere Opfer verhindern.“

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