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ZSW: 18,8 Mrd Euro wurden allein in Deutschland in Erneuerbare Energien investiert

(18.3.2015) Die jüngsten Zahlen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) zu Investitionen in Erneuerbare-Energien-Anla­gen verdeutlichen ebenso wie die Statistiken internationaler Agenturen, dass die Nut­zung von Sonne, Wind und Co. nach wie vor ein Zukunftsmarkt mit enormen Wachs­tumsraten ist. Allerdings befindet sich die Solarbranche in Deutschland weiter im Ab­wärtstrend. „Es muss jedoch gelingen, dass die deutsche Photovoltaik-Industrie im internationalen Wettbewerb wieder von ihrer technologischen Vorreiterrolle profitiert“, betont der geschäftsführende ZSW-Vorstand Prof. Dr. Frithjof Staiß.

Insgesamt 18,8 Milliarden Euro sollen im Jahr 2014 in die Errichtung von Erneuerbare-Energien-Anlagen in Deutschland geflossen sein. Das haben ZSW-Ökonomen für das Bundeswirtschaftsministerium errechnet. Nach den Jahren des Ausbau-Booms mit In­vestitionssummen von bis zu 27,3 Milliarden Euro (2010) und der anschließend rück­läufigen Entwicklung hat sich demnach die Branche erholt und befindet sich wieder über dem Niveau von 2008.

  • Deutlich zugelegt haben die Investitionen in die Windkraft - zwischen 2013 und 2014 um 5,7 Milliarden auf insgesamt 12,3 Milliarden Euro. Wesentlich dazu beigetragen hat der 2014 stark gestiegene Zubau von Windkraftanlagen auf See.
  • Die Gründe für die Auf- und Abschwünge sind indes hauptsächlich in der Photo­voltaik (PV) zu suchen: In den Jahren 2011 und 2012 fielen die Preise für PV-Anlagen beträchtlich, 2013 wurde schließlich der schwindende Zubau spürbar - eine Entwicklung, die sich im vorigen Jahr weiter verschärfte.

Photovoltaik-Zubau jenseits deutscher Grenzen weiterhin immens

Während sich in der deutschen PV-Branche Existenzsorgen verbreiten, stehen inter­national die Zeichen auf Wachstum. Laut einen Bericht von REN 21 (Renewable Energy Policy Network for the 21st Century) ist der weltweite Photovoltaik-Zubau weiterhin immens: 2013 waren es 39 Gigawatt (GW) installierte Leistung, in den beiden Jahren zuvor jeweils rund 29 GW. Gut 45 GW sind nach Schätzungen des Informationsdiens­tes IHS im Jahr 2014 hinzugekommen. Die Wachstumsraten lagen auch zuletzt bei rund 30 Prozent. Die wirtschaftliche Bedeutung der Photovoltaik untermauern auch die Daten der IEA (International Energy Agency). Die Agentur geht in ihrem jüngsten „World Energy Investment Outlook“ von knapp 1,3 Billionen US-Dollar aus, die welt­weit zwischen 2014 und 2035 in die PV investiert werden. Mehr als 1,7 Billionen US-Dollar seien es, wenn das 2 Grad-Ziel der Vereinten Nationen umgesetzt werde, heißt es in dem Bericht weiter.

„Die Technologieführerschaft der hiesigen PV-Branche und der gleichzeitige wirt­schaftliche Abwärtstrend stehen in einem starken Widerspruch zueinander, den es zu beseitigen gilt. Dazu sollten Brüssel und Berlin verlässliche und stabile politische Rah­menbedingungen für Unternehmen schaffen“, sagt Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäfts­führender Vorstand am ZSW. Nur so bestünde die Chance, einen gesunden europäi­schen Binnenmarkt für Photovoltaik zu etablieren. Dies wäre eine Voraussetzung für die Erholung der Branche, erklärt der Wirtschaftsingenieur.

Insgesamt würden die Erneuerbaren Energien einen wichtigen globalen Zukunftsmarkt bilden, auf dem die deutsche Exportwirtschaft eine noch stärkere Rolle spielen könne, betont Staiß. So sind einer Studie von Bloomberg New Energy Finance zufolge im Jahr 2014 die Investitionen um 16 Prozent auf insgesamt 310 Milliarden Dollar gestiegen - was insbesondere auf einen Ausbau der PV und der Windkraft weltweit zurückzuführen ist. „In den vergangenen 10 Jahren hat sich zudem die Zahl der Staaten mit verbind­lichen Ausbauzielen auf gut 140 mehr als verdreifacht. Dies darf als Hoffnung auf bes­seren Klimaschutz und als Chance für die Erneuerbare-Energien-Branche in Deutsch­land betrachtet werden“, so Staiß abschließend.

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