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Nassauische Heimstätte will fünf Jahre lang eine Milliarde Euro in Wohnraum investieren

(16.3.2015) Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt will in den kommenden fünf Jahren erhebliche Anstrengungen unternehmen, um neuen Wohnraum zu schaffen und den Komfort sowie die energetische Bilanz des vorhandenen zu ver­bessern. „Insgesamt wird unser Unternehmen in diesem Zeitraum mehr als eine Milliar­de Euro investieren. Trotz einer Fülle von Neubauvorhaben, für die die Unternehmens­gruppe rund 574 Millionen Euro bis einschließlich 2019 veranschlagt hat, bleibt die Pflege des Bestands von mehr als 60.000 Wohnungen in ganz Hessen aber weiterhin im Fokus. Rund 518,8 Millionen Euro wird die Nassauische Heimstätte dafür in den kommenden fünf Jahren bereithalten“, so Dr. Thomas Hain, leitender Geschäftsführer der Unternehmensgruppe.

Instandhaltung: Gebäudepflege ohne Umlage

Mehr als 104 Millionen Euro sind im Jahr 2015 für die Sanierung von Wohnraum ver­anschlagt. Davon entfallen rund 73 Millionen Euro auf Instandhaltung und über 31 Millionen Euro auf Modernisierungsmaßnahmen. „Mit den Aufwendungen für den Be­stand verwirklichen wir den vor zwei Jahren gefassten Beschluss, kräftig in die vor­handenen Wohnquartiere zu investieren“, sagt Dr. Constantin Westphal, für den Bestand zuständiger Geschäftsführer innerhalb der Unternehmensgruppe. Geplante große Neubauvorhaben, wie etwa die Entwicklung des Siemens-Areals auf der Ge­markung Frank­furt-Bockenheim, änderten auch in Zukunft nichts an dieser Strate­gie für die Bestandspflege. Das Schwergewicht liege dabei in diesem Jahr auf der In­standhaltung der Quartiere. Danach verbessere sich der Wohnkomfort, ohne dass ein Anteil der Kosten auf die Mieter umgelegt werden würde. Bei der Modernisierung sei gesetzlich eine Umlage von 11% der Kosten auf die Mieter vorgesehen. Die Nassau­ische Heimstätte aber will ihre Mieter dagegen mit 6% Modernisierungsumlage im Schnitt belasten, betont Dr. Westphal.

Zur Erinnerung: Grundsätzlich ist die energetische Sanierung eine Aufgabe, die der­zeit die gesamte Wohnungswirtschaft in Deutschland herausfordert. Bis 2050 strebt die Bundesregierung einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand an. Aktuell entfal­len auf diesen Bereich rund 40 Prozent des deutschen Energieverbrauchs und etwa 20 Prozent des klimaschädlichen CO₂-Ausstoßes.

Ehrgeizige Klimaschutzziele haben auch das Land Hessen und die Stadt Frankfurt, die beiden größten Anteilseigner der Nassauischen Heimstätte. 2014 konnte die Nassau­ische Heimstätte laut eigenen Angaben durch Modernisierung ihrer Wohnungen den CO₂-Ausstoß um rund 2.700 t/a reduzieren.

Doch neben dem Beitrag zum Klimaschutz sollen vor allem den Mietern Verbesserun­gen geboten werden, indem die Mieter langfristig bei der so genannten zweiten Miete entlastet werden. Vorgesehen sind von der Nassauischen Heimstätte in diesem Jahr Modernisierungen in insgesamt 812 Wohnungen:

  • Wohngebäude erhalten eine energiesparende Wärmedämmung mit neuem Fassadenputz.
  • Viele Mieter sollen sich auch über grundlegend sanierte und modern ausge­stattete Bäder freuen können.
  • Zusätzlich werden in den Wohngebäuden Heizungsanlagen ausgetauscht: Gasbefeuerte Brennwertkessel versorgen die Bewohner zukünftig zentral mit Wärme und Warmwasser. Der Heizwärmebedarf lasse sich so um mehr als 50 Prozent senken.

Investitionen in den Neubau

In den Neubau von Wohnungen will die Unternehmensgruppe in den kommenden fünf Jahren insgesamt rund 574 Millionen Euro investieren. „Für das Jahr 2015 sind dafür rund 114 Millionen Euro veranschlagt“, berichtet Prof. Dr. Joachim Pös, zuständiger Geschäftsführer für die Projektentwicklung. „Wir lösen unser Versprechen ein, zeitnah bezahlbaren Wohnraum für die Menschen in Hessen zu schaffen.“ Bei den Projekten werde stets ein Mix aus Mietwohnungen, geförderten und frei finanzierten, sowie Ei­gentum berücksichtigt.

  • Zu den Vorhaben gehört in diesem Jahr unter anderen ein weiterer Bauabschnitt des Projektes Goetheblick in Sachsenhausen. Zwischen Oberer Schafhofweg, Letzter Hasenpfad und Sachsenhäuser Landwehrweg entwickelt die NH Projekt­Stadt seit einigen Jahren auf insgesamt 16.000 m² ein Quartier mit hochwerti­gem Wohnraum.
  • Ein weiterer Bauabschnitt wird auch im „Künstlerviertel“ in Wiesbaden realisiert.
  • Im Zentrum der hessischen Landeshauptstadt errichtet die NH ProjektStadt auf dem Areal des ehemaligen „Güterbahnhof West“ architektonisch anspruchsvolle Einzelwohnquartiere.
  • In Kelsterbach in der Waldstraße, Ecke Kleiner Kornweg, steht in diesem Jahr der Baubeginn für den Neubau von 80 Mietwohnungen mit 44 geförderten und 36 frei finanzierten Wohnungen an.
  • In Offenbach werden auf dem Grundstück des ehemaligen Jadogeländes 125 frei finanzierte Mietwohnungen errichtet. Der Start ist für Juni vorgesehen.
  • Richtfest kann voraussichtlich im Spätsommer auf der Riedbergwelle gefeiert werden. Dort entstehen 160 barrierefreie Mietwohnungen im Passivhausstan­dard.
  • Ein Großprojekt der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/ Wohnstadt beginnt im Mai 2015 Gestalt anzunehmen: Dann wird im Europaviertel der Grund­stein für das bereits im Bau befindliche Wohnhochhaus Praedium gelegt.

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