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Drei Frauen dominieren den Europäischen Architekturfotografie-Preis 2015

(1.3.2015) In der Bildserie „Gezi gegen Gentrifizierung“ von Petra Gerschner sahen die Juroren des Europäischen Architekturfotografie-Preises „architekturbild 2015“ die ver­schiedenen Kriterien des Preises am besten umgesetzt: Neben der Interpretation des diesjährigen Themas „Nachbarschaft“ legte die Jury großen Wert auf die fotografische Qualität sowie den seriellen Zusammenhang der eingereichten Bilder. 


„Gerschner erzählt von einem dramatischen Ereignis, ohne das eigentliche Ereignis ab­zubilden. Dabei verfasst sie eine Kurzgeschichte in vier Bildern, die auch farblich und von der Art der Ausschnitte sehr gut als Serie funktioniert“, so die Juroren. Nachbar­schaft wird hier bedroht. Dies ist als düstere Ahnung, als nervöse Spannung in die Bil­der eingeschrieben.


Zusätzlich zu diesem ersten, mit 4.000 Euro dotierten Preis wurden zwei zweite gleichwertige Preise vergeben. Sie sind mit einem Preisgeld von jeweils 1.000 Euro verbunden:

  • Julia Baier schafft es mit einem sehr begrenzten Aus­schnitt, dem Blick von einem Zimmer auf einen typischen Berliner Hinterhof, das ganze Thema „Mensch und Natur in der nachbarschaftlichen Enge der Stadt“ auszudrü­cken.
  • Claudia Brust stellt in ihrer Serie ihre eigene Perspekti­ve auf die Marseiller Unité d'habitation, die Le Corbusier erträumt hat, dar - siehe Galerie unten. Die gezielt ge­wählten Bildausschnitte verdeutlichen die Korrelation zwischen der vorhandenen Umgebung und den künstlich geschaffenen Dachelementen und machen dies zum The­ma der Serie.

Aus den eingereichten Bildserien - in diesem Jahr waren es 264 aus 14 verschiedenen Ländern - wurden außerdem sieben Auszeichnungen ausgewählt. Sie gingen an ...

  • Dirk Brömmel,
  • Enver Hirsch,
  • Stefan Jaeggi,
  • Shimizu Ken,
  • Ulrike Manestar,
  • Stefan Rasinger und
  • Herman van den Boom - siehe Galerie ganz unten.

Auch diese Autoren haben mit ihren beeindruckenden Bildserien zu kulturellen, gesell­schaftlichen, politischen Ereignissen, aber auch zu städtebaulichen Entwicklungen mit der Kamera Stellung bezogen. 18 weitere Bildserien wurden mit einer Anerkennung be­dacht.

Diese 28 besten Bildserien sollen beginnend mit der Preisverleihung vom 25. April bis zum 9. August im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main gezeigt werden. Danach tourt die Ausstellung durch Deutschland und weitere, auch außereuropäische Länder.


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