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Unterm Strich leichtes Umsatz-Plus beim Baustoff-Fachhandel


 
 
BDB-Präsident Stefan Thurn
BDB-Präsident Stefan Thurn

(25.1.2015) Rund ein Prozent ging es 2014 mit dem Baustoff-Fachhandel nach oben. Das hat eine repräsentative Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) unter seinen rund 1.000 Mitgliedern ergeben. BDB-Präsident Stefan Thurn ist zufrieden: „Wir konnten das hohe Niveau, das wir in den vergangenen Jahren hatten, nicht nur halten, sondern sogar leicht steigern.“

Deutlich wird in der Befragung auch, dass das vergangene Jahr von Höhen und Tiefen geprägt war. „Ein schwungvoller Start stimmte die Fachhändler in den ersten Wochen gerade­zu euphorisch“, so Thurn. Danach ging es laut BDB-Umfrage allerdings nur verhalten weiter. Die Folgemonate verliefen schwach. „Der Baustoff-Fachhandel hat ein Sommer-Tief hinter sich. Es war der schlechteste August sei Jahren. Am Ende stand dennoch das leichte Plus – und das ist insgesamt eine positive Entwicklung“, sagt Thurn.

Mehr gebaute Wohneinheiten ...

Besonders auffallend sei, dass das leichte Umsatz-Plus nicht mit den Baugenehmigungen des vergangenen Jahres einher­gehe, so der BDB-Präsident. Diese hätten sich nämlich sehr gut entwickelt: 290.000 Wohneinheiten seien 2014 genehmigt worden. Entscheidend für die Branche sei aller­dings die Fertigstellung von Gebäuden - und hier zeige sich die Diskrepanz: Lediglich rund 240.000 Wohneinheiten wurden im vergangenen Jahr tatsächlich gebaut - im­merhin 25.000 mehr als im Vorjahr.

... aber mit Trend zum Geschoss-Wohnungsbau

Es gebe dabei allerdings einen Trend beim Geschoss-Wohnungsbau. Bei diesem wer­de - im Gegensatz zu Ein- und Zweifamilienhäusern - weniger Material pro Wohnein­heit verbaut. Es sei den Baustoff-Fachhändlern jedoch gelungen, diese Entwicklung mit gewerblichen Kunden teilweise aufzufangen. Hier habe es im vergangenen Jahr für den Baustoff-Fachhandel ein Umsatz-Plus von 1,75% gegeben. Bei den privaten Kunden sei der Umsatz dagegen um 2,4% zurückgegangen.

Nachwuchssorgen

Die BDB-Umfrage machte darüber hinaus wichtige Entwicklungen in der Baustoff-Branche sichtbar: Es fehlt immer mehr Nachwuchs – die Zahl der Azubis ging 2014 gegenüber dem Vorjahr um 7,2% zurück. Für Stefan Thurn ein klares Zeichen: „Wir müssen das Image und damit die Job-Attraktivität der Branche steigern. Junge Men­schen müssen wieder Lust auf eine Karriere im Baustoff-Fachhandel bekommen.“ Bei­spielhaft nennt der BDB-Präsident die Stellschrauben, an denen gedreht werden muss: Die Imagekampagnen der Verbandsmitglieder und des Groß- und Außenhandels seien erste Schritte in die richtige Richtung. Letztlich sei aber jeder Unternehmer vor Ort gefragt. Auszeichnungen als beste Ausbildungsbetriebe würden zudem deutlich ma­chen, wie kreativ man das Thema Ausbildung angehen könne, so Thurn.

ZUdem verzeichne die Branche eine enorme Steigerung ihrer Forderungen zum Jahres­ende: Der Baustoff-Fachhandel beklagt 11,7% mehr offene Rechnungen als im Vor­jahr. Dies zeige zum einen die Finanzierungsfunktion des Fachhandels bei Handwerk und Bauunternehmen, sei aber auch auf die schleppende Zahlungsmoral der öffent­lichen Hand zurückzuführen, stellt Thurn heraus.

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