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Neue Elektro+ Broschüre „Fundamenterder“ berücksichtigt geänderte DIN 18014

(7.1.2015; upgedatet am 8.1.: Download-Links korrigiert) Ein Fundamenterder ist Pflicht und keine Kür! Denn er ist un­verzichtbar für den sicheren Betrieb der elektrischen Anlage eines Gebäudes und damit auch unerlässlich für die Sicherheit der Bewohner. Außerdem können Isolationsfehler oder andere Män­gel in einem elektrischen Leitungssystem auch ungünstige Auswirkungen auf andere leitfähige Systeme haben - z. B. auf die Gas- und Wasserinstallation, Zentralheizungssysteme, An­tennenanlagen oder Anlagen für die Haus- und Telekommuni­kation.

Da sich in den vergangenen zehn bis 15 Jahren die Bauweisen für Häuser entscheidend geändert haben, sind 2014 die Richt­linien für die Planung und Ausführung des Fundamenterders ak­tualisiert worden: Diese Richtlinien finden sich in der DIN 18014, die jetzt in der Ver­sion 18014:2014-03 vorliegt. Die Initiative Elektro+ hat alle Informationen rund um die Erdungsanlage in der Broschüre „Fundamenterder“ zusammengestellt.

  • Verantwortlich für die Planung des Fundamenterders ist der Architekt oder der beauftragte Fachplaner,
  • mit der Errichtung der Erdungsanlage sind in der Regel Elektroinstallateure oder Blitzschutzfirmen betraut.

Ringerder und Potentialausgleich bei einer weißen Wanne; Grafik: Dehn + Söhne (Grafik vergrößern)

Im Fall der Fälle droht Feststellung einer Baugefährdung

„Wird dabei die Ausführungsnorm nicht beachtet und der Fundamenterder falsch in­stalliert, sind die Nutzer der elektrischen Anlage erheblich gefährdet“, betont Claus Fitze, Sprecher der Initiative Elektro+. „Ein später festgestellter, fehlerhafter Einbau des Fundamenterders lässt sich meist nicht mehr rückgängig machen oder korrigie­ren - im schlimmsten Fall kann juristisch eine Baugefährdung festgestellt werden. Umso wichtiger ist es für jeden Beteiligten, die Norm zu kennen und zu beachten.“

Die aktualisierte Norm berücksichtigt die geänderten Rahmenbedingungen in der Baubranche.

  • So ist inzwischen die Niedrigenergiebauweise zum Standard geworden, bei der z. B. eine Perimeterdämmung oder Glasschaumschotter im Bereich der Funda­mente den direkten Kontakt des Fundamenterders zum Erdreich unterbinden.
  • Die gleiche Herausforderung ergibt sich bei einer Ausführung des Kellers als „weiße Wanne“ aus wasserundurchlässigem Beton. Diese sorgt nicht nur für eine Abdichtung gegen drückendes Wasser, sie behindert auch die für den Fundamenterder unverzichtbare elektrische Leitfähigkeit zum umgebenden Erdreich.

In beiden Fällen schreibt die geänderte Norm den Einsatz eines Ringerders aus korro­sionsfestem Edelstahl außerhalb des Fundaments vor. Zusätzlich fordert sie einen zweiten geschlossenen Ring als separaten Potentialausgleichsleiter in der Bodenplat­te des Gebäudes, da der geschlossene Ring des Ringerders im Außenbereich nur die Erdungsfunktion sicherstellt. Genau festgelegt ist jetzt auch die Maschenweite des Funktionspotentialausgleichsleiters - bei größeren zu umspannenden Flächen wird ei­ne Maschenweite von 10 x 10 m empfohlen. Zudem muss der Potentialausgleichslei­ter einmal je 20 Meter Gebäudeumfang jeweils mit dem Ringerder verbunden sein.


Fundamenterder bei einer Perimeterdämmung; Foto: Dehn + Söhne (Bild vergrößern)

Dokumentation und Messung der Erdungsanlage

Die Installation des Fundamenterders muss ausdrücklich von einer Elektro- oder Blitzschutzfachkraft durchgeführt oder zu­mindest beaufsichtigt werden: Sie muss dem Energieversorger bestätigen, dass die Anlage den anerkannten Regeln der Tech­nik und sonstigen Verordnungen entspricht und dauerhaft ge­fahrlos in Betrieb genommen werden kann. Nach den Richtlinien der DIN 18014 ist es ferner erforderlich, die Ausführung sowie das Ergebnis einer abschließenden Durchgangsmessung zu do­kumentieren. Welche Inhalte konkret gefordert sind, beschreibt die Norm in einem Dokumentationsformblatt. Dieses Formblatt ist als Vorlage im Anhang der Elektro+ Broschüre „Fundament­erder“ enthalten und steht auch im Internet unter elektro-plus.com > Downloads > Elektrofachkraft > Dokumentation der Erdungsanlage kostenfrei zum Download zur Verfügung (direk­ter PDF-Download).

Die Broschüre „Der Fundamenterder“ wiederum ist unter elektro-plus.com > Downloads > Elektrofachkraft > Broschüre “Fundamenterder” downloadbar (direk­ter PDF-Download).

siehe auch für zusätzliche Informationen: