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Wärmerückgewinnung entscheidende Effizienztechnologie in Nichtwohngebäuden

(1.8.2014) Der Wärmerückgewinnung in Nichtwohngebäuden kommt eine größere Be­deutung zu als den übrigen erneuerbaren Energien im gesamten Gebäudesektor - das zeigt eine Studie des Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier im Auftrag des Fachverbands Gebäude-Klima e.V. (FGK) und des Herstellerverbands Raumlufttechni­sche Geräte e.V. (RLT).

  • So sollen 2013 in Deutschland alleine in Nichtwohngebäuden durch die Wärme­rückgewinnung rund 20,1 TWh Wärme zurückgewonnen worden sein, wodurch man umgerechnet 5,83 Millionen Tonnen CO₂ eingespart hätte.
  • Im Vergleich dazu stellten Wärmepumpen, Solar- und Geothermie 2013 im ge­samten Gebäudebereich zusammen lediglich rund 24,8 TWh an regenerativer Wärme bereit.

Seit dem Jahr 2007 hat sich die durch RLT-Anlagen mit Wärmerückgewinnung zurück­gewonnene Wärme in etwa verdoppelt, stellen die Autoren Dr.-Ing. Christoph Kaup und Prof. Dr.-Ing. Percy Kampeis fest. 2007 wurden in Deutschland noch 9,5 TWh an Wärme zurückgewonnen und damit rund 2,74 Millionen Tonnen CO₂  eingespart. Für das Jahr 2020 prognostizieren die Forscher eine weitere Steigerung beim Anteil der zurückgewonnenen Wärme auf rund 33,2 TWh, was einer CO₂-Reduktion von etwa 9,61 Millionen Tonnen entsprechen würde.

„Mit den richtigen politischen Maßnahmen könnte die durch die Wärmerückgewinnung heute eingesparte Menge an Energie bis 2020 erneut verdoppelt werden. Dies wäre ein entscheidender Schritt zum Erreichen der Effizienzziele“, betont FGK-Geschäfts­führer Günther Mertz: „Dazu muss nur an den richtigen Stellschrauben gedreht wer­den: etwa indem der Schwellenwert, ab dem nach §15 der Energieeinsparverordnung (EnEV) die Pflicht zum Einbau einer Wärmerückgewinnung besteht, gesenkt wird. We­gen der kurzen Amortisationszeiten bedarf es dazu keiner Förderung, wobei die Wert­schöpfung zum größten Teil im Inland bliebe. Unterm Strich würden von der Maßnah­me also nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die öffentlichen Haushalte profitieren.“

zur Erinnerung: In Deutschland gibt es rund 1,8 Millionen Nichtwohngebäude: Büro- und Gewerbegebäude, Hotels, Schulen, Krankenhäuser, Industriehallen oder Versamm­lungsstätten. Obwohl diese und andere Nichtwohngebäude in ihrer Anzahl weniger als ein Zehntel des gesamten deutschen Gebäudebestands ausmachen, entfällt auf sie aufgrund des größeren Raumvolumens mehr als ein Drittel des Endenergieverbrauchs von Gebäuden insgesamt. Dieser macht in Summe mehr als 40% des gesamten deut­schen Endenergieverbrauchs aus.

Zentrale Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) mit Wärmerückgewinnung spielen eine Schlüsselrolle für Energieeffizienz und Behaglichkeit in Nichtwohngebäuden. Sie heizen, kühlen, be- und entlüften nicht nur, sondern gewinnen mittlerweile auch im Durchschnitt 70% der Wärme aus dem Gebäude wieder zurück, die ansonsten über geöffnete Fenster ungenutzt in die Umgebung entweichen würde.

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