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Legionellen: Unterschätzte Gefahr in Privathaushalten, in Kaltwasserleitungen, ...


  

(21.7.2014) Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes er­kranken in Deutschland jährlich zwischen 20.000 und 32.000 Personen an einer durch Legionellen hervorgerufenen Lungen­entzündung. Bei etwa 15 Prozent endet die Infektion tödlich. Um bis zu 100-mal höher ist zusätzlich die Zahl der Pontiac-Fieber-Fälle - einer Infektion, die weniger heftig verläuft, aber ebenfalls durch Legionellen verursacht wird.

Trinkwasser ist auf dem Weg vom Versorger bis zum Wasser­hahn vor Ort manchen negativen Einflüssen ausgesetzt. Spe­zielle Anlagensysteme im Haus sowie der richtige Betrieb der Trinkwasserinstallation helfen dabei, den gesundheitlichen Gefahren durch Legionellen vorzubeugen. Dazu geben hier Grünbeck-Experten Tipps, wie eine bakterielle Verun­reinigung des Nutzwassers wirkungsvoll vermieden werden kann.

Meldungen über langwierige Desinfektions- oder Sanierungsmaßnahmen nach Fällen der Legionärskrankheit rücken Legionellen - Bakterien, die weltweit im Grundwasser vorkommen - regelmäßig in den medialen Fokus.

  • Dass Legionellen in geringer Konzentration im Trinkwasser vorhanden sind, ist normal.
  • Gefährlich wird es, wenn sie sich vermehren.

Wird bakteriell verseuchtes Wasser zum Beispiel über Duschbrausen oder Klimaanlagen verteilt, dann können Legionellen und auch Pseudomonaden beim Einatmen des feinen Wassernebels leicht in die Lunge gelangen. Bricht die Krankheit dann aus, wird sie oft erst spät erkannt, denn Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber lassen zunächst eine Grippe vermuten. Meist kommen noch Husten und Schmerzen im Brust­korb hinzu. Zu den Risikogruppen zählen ältere Menschen, aber auch Personen mit ge­schwächtem Immunsystem sowie auch starke Raucher.

Kontaminationen werden oft nur zufällig entdeckt

Die novellierte Trinkwasserverordnung verpflichtet Eigentümer von Mehrfamilienhäu­sern wie auch Betreiber von Wohn- oder Hotelanlagen, Pflegeheimen und Kranken­häusern jedes Jahr zur Überprüfung der Wasserqualität in der Hausanlage.

„Kleinere Gebäude wie Zweifamilienhäuser und vom Eigentümer selbst genutzte Ge­bäude sind von dieser Pflicht der Probeentnahme ausgenommen“, erläutert Dr. Chris­tian Schauer, Branchenleiter Hygiene- und Gesundheitswirtschaft bei Grünbeck. Der­zeit liegen daher kaum Daten über Legionellen in Privathaushalten vor. Bei stichpro­benartigen Tests sollen jedoch immer häufiger rein zufällig erhöhte Bakterienwerte gefunden werden.

Angesichts der möglichen Folgen eines Befalls legen Trinkwasser-Spezialisten jedem Hauseigentümer nahe, auf Nummer sicher zu gehen und durch eine regelmäßige Ent­nahme von Proben die Konzentration der im Wasser vorkommenden Bakterien zu kon­trollieren“.

Stagnationswasser kann tödlich sein!

Bei der Ausbreitung von Legionellen spielt die Wassertemperatur die entscheidende Rolle. Bakterien vermehren sich bei Temperaturen zwischen 25 und 55 Grad. „Darum ist es ratsam die Warmwassertemperatur der Hausanlage auf mindestens 60 Grad ein­zustellen“, rät Dr. Schauer. Normalerweise sollte es in einem Haushalt, in dem perma­nent Wasser entnommen wird, keine gesundheitsgefährdenden Bakterien geben. Ein wahres Paradies für Legionellen sind jedoch Stichleitungen - also längere Leitungsab­schnitte, in denen kaltes oder warmes Trinkwasser zu lange stehen bleibt. Es emp­fiehlt sich deshalb, davon betroffene Wasserhähne in regelmäßigen Abständen für einen Wasseraustausch aufzudrehen. Wasser muss fließen!

Um eine Bakterienbelastung im Privathaushalt so gering wie möglich zu halten, ist einer Stagnation des Wasserflusses schon durch bauliche Maßnahmen vorzubeugen:

  • Das Speichervolumen des Warmwasserbereiters wie auch der Rohrinnendurch­messer sollte auf den tatsächlichen Verbrauch des Hauses abgestimmt sein.
  • Überflüssige Leitungen oder Totleitungen sind zu vermeiden bzw. zu entfernen.

Legionellen vermehren sich gerne auch in Kaltwasserleitungen

Lange Zeit konzentrierten sich die vorbeugenden Maßnahmen darauf, dass Krankheits­erreger sich im Warmwasserleitungsnetz ausbreiten. Inzwischen haben zahlreiche Fäl­le von Legionellenbefall jedoch gezeigt, dass sich Bakterien vor allem auch bei Erwär­mung des Wassers in Kaltwasserleitungen vermehren. Diese Gefahr ist dann gegeben, wenn z.B. ...

  • Warm- und Kaltwasserleitungen in Installationsschächten mit zu geringem Abstand voneinander verlegt wurden und
  • nur unzureichend wärmegedämmt sind.

Beschaffenheit der Trinkwasseranlage mitentscheidend

Einen Einfluss auf die Wasserqualität hat auch das Material, aus dem Rohrleitungen und Anlagen- oder Geräteteile gefertigt sind. Die verwendeten Werkstoffe müssen immer auch auf die lokale Wasserqualität abgestimmt sein. Das Material sollte nach Wassereigenschaften ausgewählt werden wie ...

  • pH-Wert,
  • Härtegrad und
  • dem Gehalt an Calcium und Magnesium.

Moderne Trinkwassersysteme aus Werkstoffen, welche die Anforderungen der Trink­wasserverordnung erfüllen, gelten heute als gesundheitlich unbedenklich, korrosions­beständig und langlebig. Vor allem in Altbauten sollte die Beschaffenheit der Rohrlei­tungen überprüft werden: Sind diese stark verkalkt, müssen sie gereinigt oder ersetzt werden. Bedenklich wird es vor allem dann, wenn es sich noch um alte Bleirohre han­delt. Nach der Trinkwasserverordnung dürfen Rohre aus Blei seit 2000 nicht mehr ein­gesetzt werden, seit Anfang Dezember letzten Jahres gibt es zusätzlich eine neue gesetzliche Höchstgrenze von 10 Mikrogramm Blei pro Liter.

Filter gegen Verunreinigungen

„Die erste Maßnahme, die für die Sicherung der Trinkwasser­leitung umgesetzt werden sollte, ist der Einbau eines Ein­gangswasserfilters. Dieser verhindert, dass kleine Feststoff­partikel wie Rostteilchen oder Sandkörner in die Hausinstalla­tion eingeschwemmt werden“, erläutert Jochen Kitzler, Leiter Innendienst Vertrieb Serie bei Grünbeck. „Selbst minimal klei­ne Schwemmpartikel können zu schwerwiegenden Korrosions­schäden in den Leitungen oder an den Armaturen führen und beeinträchtigen die Funktion von Trinkwassererwärmern oder Brauseköpfen.“

Die Filter der Baureihe Boxer beispielsweise sind kompakt in ihrer Bauweise und gelten als anwenderfreundlich, da sich die Filterkerzen ohne Werkzeug wechseln lassen (Bild rechts). Der Boxer ist variabel einsetzbar: Er kann einfach vom Fein- zum Rückspül- beziehungsweise Automatikfilter umgerüstet werden und umgekehrt. Das macht selbst in einem Altbau die Modernisierung einfach.

Doch nur der Einbau eines Filters reicht nicht aus, um dauerhaft für möglichst reines Wasser zu sorgen. „Wie überall gilt auch bei der Wasseraufbereitung: Zum bestim­mungsgemäßen Betrieb einer technischen Anlage gehört auch die regelmäßige, fach­gerechte Wartung.“ Wasserfilter können zudem vorhandene Keime nicht automatisch entfernen. Werden sie nicht gepflegt, kann im Gegenteil gerade von ihnen eine Gefahr ausgehen. „Nur wenn spätestens alle sechs Monate die Filterkerze gewechselt oder der Filter selbst rückgespült wird, ist reines Wasser gewährleistet“, betont Jochen Kitzler.

Ist ein bedenklich hohes Vorkommen an Bakterien im Trinkwasser eines Hauses nach­gewiesen, muss das gesamte System gespült und desinfiziert werden. Hierfür wurden Lösungen entwickelt, mit denen bestehende Trinkwasserinstallationen mit einem Spül­verfahren von Ablagerungen gereinigt und anschließend mit einem der Trinkwasser­verordnung entsprechenden Desinfektionsverfahren saniert werden.

Kein Versteck für Bakterien im kalkfreien Wasser


Bautweet-Bild von der SHK 2010 (Bild vergrößern)
  

Sind die Kaltwasserleitungen isoliert, so dass das Wasser sich darin nie über 25 Grad erwärmt, und die Warmwassertempera­tur auf über 60 Grad eingestellt, sind gute Voraussetzungen im Kampf gegen Keime geschaffen. Doch steigt mit höheren Temperaturen wiederum die Kalkausfällung im Wasser. Kalkab­lagerungen können durch eine ungleichmäßige Oberfläche den Bakterien wiederum die Basis zur Vermehrung bieten. Je nach Härtegrad sollte das Trinkwasser in der Hausanlage also ent­kalkt werden.

Grünbeck bietet hierfür beispielsweise den Weichwassermeis­ter GSX an, eine Wasserenthärtungsanlage, die nach dem Io­nenaustauschverfahren arbeitet - siehe Beitrag „doppelent­härtend: Neuer Weichwassermeister von Grünbeck“ vom 22.3.2010.

Weitere Informationen zur Legionellen-Prävention und -Bekämpfung können per E-Mail an Grünbeck angefordert werden.

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