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Monolithische Schiefer-Referenz am Genfer See

(19.6.2014) Die symmetrische Deckung aus großen Schiefer­platten erlaubt Architekten ausgesprochen ästhetische Fassa­den- und Dachgestaltungen. Eine bemerkenswerte Referenz für eine monolithische Architektur mit Schiefer an Dach und Fassade wurde am Genfer See realisiert.

Östlich von Lausanne, in Südwestlage direkt am Genfer See, entstand diese ungewöhnliche Villa. Die begehrte Lage am Fu­ße des Weinberges von Lavaux (Weltkulturerbe der UNESCO) inklusive eines atemberaubenden Blicks über den See auf die höchsten Berge Europas, gleicht einer Verpflichtung. Hier, wo Urlauber zwischen Weinbergen und Seeufer auf der viel befah­renen Uferstraße chancenlos eine Parkbucht suchen, errich­tete Architekt Florian Ferrari ein Bauwerk wie eine Skulptur:

  • Das rund 600 m² große Grundstück misst zwischen Straße und Ufermauer nur knapp 22 Meter.
  • Und fast sechs Meter Höhenversatz waren zu überbrücken.

Von der Uferstraße aus sind deshalb nur das weitgehend geschlossene und schallge­schützte obere Geschoss und das große Schieferdach zu sehen (siehe Google-Maps)





Das Dach ist glatt; die Neigung beträgt 15 Grad. Es versperrt nicht den Blick und ist doch auffällig anders. Dort wo vor al­lem traditionelle, mediterran anmutende Dächer zu sehen sind, durchbricht dieses glatte und dazu auch noch asymmetrische Dach die üblichen Sehgewohnheiten. Die leicht diagonal ver­laufende Firstlinie verschneidet die Dachflächen und lässt bei konstanter Dachneigung die Traufen schräg ansteigen. Dach­überstände fehlen, und Regenrinnen sind von außen nicht er­kennbar (siehe Detail-Schnitt). Und weil Dachdeckung und Fassade aus den gleichen Schieferplatten bestehen, entsteht die schlichte wie elegante Anmutung eines Monolithen.

Gerasterter Schiefermonolith

Das monolithische Bauwerk ist von einer Lochfassade geprägt. Die Anordnung der Fenster und Türen wirkt manchmal willkürlich. Doch bei näherem Hinsehen erkennt man, dass der Architekt keineswegs beliebig vorging. Alle Maße der Fassade sind im Raster der 60 x 30 cm großen und 1 cm dicken InterSIN-Schieferplatten der symme­trischen Deckung von Rathscheck Schiefer geplant.

Keine Schieferplatte ist hier unplanmäßig geschnitten. Fensterhöhen und Fensterbrei­ten, die Loggia, der überdachte Eingangsbereich, die Terrassentüren, selbst kleine Fenster an den Seiten des Gebäudes passen genau in das Raster.

Das Raster der großen Schieferplatten wurde auch im Inne­ren des Gebäudes aufgenommen. 60 x 30 cm große Schiefer­fliesen aus dem gleichen Schiefervorkommen prägen den Bo­den im großen Salon und in der Küche. Der Schlafbereich liegt im oberen Geschoss. Hier ist alles, inklusive des 20 cm dicken Betondaches massiv und schwer. Das sichert auf Straßen­ebene den erforderlichen Schallschutz. Der blickdichte und vor Lärm geschützte Wohnbereich mit großzügiger Terrasse liegt im Untergeschoss. Große Panoramafenster sind als rah­menlose Schiebetüren ausgeführt, wodurch die Innenräume nahezu nahtlos in die Außenräume übergehen. Glasbrüstun­gen an Terrassen und Balkonen erlauben einen ungestörten Durchblick.

Symmetrische Deckung / Fassade wie Dach

Die Symmetrische Deckung mit Klammertechnik wurde von Rathscheck Schiefer als Werkstein-Fassadensystem entwi­ckelt, sie ist aber nicht nur im Natursteinsektor eine wettbe­werbsfähige Lösung. Wird sie mit ihren offenen Kreuzfugen gekippt und auf ein geneigtes Dach projiziert, benötigt sie zusätzlich ein wasserdichtes Unterdach. Das 15° geneigte wasserdichte Dach des Objektes am Genfer See besteht aus einer typischen Flachdachkonstruktion mit ...

  • Dampfsperre,
  • 180 mm dicker Dämmung aus XPS und
  • einer zweilagigen Bitumenabdichtung.

Darauf wurden trapezförmige Aluminium-Unterkonstruktionen montiert, die mit langen Schauben durch die Dämmung hin­durch bis in das Betondach befestigt sind (Grafik rechts). Die­se trapezförmigen Alu-Unterkonstruktionen sind nochmals mit einer Bitumenbahn abgedeckt und mit der zweilagigen Bitu­menabdichtung verschweißt.

Mit U-förmigen Haltern sind darauf die Aluminium-Tragprofile montiert, die - mit den systemeigenen Edelstahlklammern ver­sehen - die einzelnen Schiefersteine halten. Das Regenwasser fließt durch die offenen Fugen der Deckung auf das wasser­dichte Unterdach und wird in einer von außen nicht einsehba­ren Kastenrinne abgeführt.





Die Wände des Bauwerkes bestehen aus Beton und Backstein. Fassade wie Dach sind gerade wie ein Strich gestaltet. Beide Flächen überraschen mit großer Zurückhaltung und dennoch hoher Präsenz. Das ungewöhnliche Format der Dachdeckung und der Fassade fängt jeden Blick ein, denn die großen Steine sind mit ihren lebhaften Oberflächen und dem seidigen Glanz nicht zu übersehen. Je nach Sonnenstand, Bewölkung, Blick­richtung oder Baumbestand wechselt das Farbenspiel des von Natur aus blaugrauen InterSIN-Schiefers. 

Weitere Informationen zur symmetrischen Deckung können per E-Mail an Rathscheck angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen: