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Neue Betoplan top MF für Sichtbeton Klasse 4 im Einsatz beim Deutschen Primatenzentrum

(16.6.2014) Das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen bekommt ein neues Multifunktionsgebäude mit zentralem Hörsaal, Seminarräumen und Räumen für Verwal­tung, Stabsstellen sowie für zwei wissenschaftliche Nachwuchsgruppen (siehe Google-Maps). Im März 2013 starteten die Bauarbeiten. Die agn-Gruppe aus Ibbenbüren wurde mit der Generalplanung beauftragt; für die Erstellung des Rohbaus war die HTI Greußen GmbH zuständig. Um die Sichtbetonanforderungen des kritischen Bauherrn erfüllen zu können, setzte HTI einen neuen Schalungsplattentyp der Westag & Geta­lit AG ein.

Das agn-Büro in Halle/Saale konzipierte den Neubau als kompakten, dreigeschossigen Baukörper, der strukturell über Längs- und Querachse spiegelsymmetrisch aufgebaut ist. Er misst 39,1 x 33,1 m und wurde als Weiße Wanne mit Stahlbeton-Bodenplatte gegründet. Die Nutzfläche des Hauses beträgt 2.340 m², der umbaute Raum 22.300 m³. Über Zwischenelemente ist der Neubau mit den Bestandsgebäuden verbunden. Die Baukosten von rund 9,2 Millionen Euro werden aus Lizenzeinnahmen des DPZ be­zahlt.

Hörsaal über zwei Etagen

Für den Generalplaner betreute der Architekt Thiemo Pesch das Projekt. Den Kern des Neubaus bildet der über zwei Etagen reichende Hörsaal für 250 Personen mit anstei­gendem Gestühl. Um dieses zentrale Element mit seiner Sichtbeton-Optik gruppierte man die Funktionseinheiten. Im Erdgeschoss sind die öffentlich zugänglichen Funktio­nen untergebracht: Im 1. OG die Verwaltung und im 2. OG ein Laborbereich für wech­selnde Nachwuchsforschergruppen.

Michael Lankeit, administrativer Geschäftsführer des DPZ, erläutert den Zweck des Bauvorhabens: „Im Mittelpunkt unserer Forschungen stehen Fragen wie was beim Denken passiert, wie unsere Sprache entstanden ist oder wie sich Viren vermehren. Geforscht wird über und mit Affen. Weitergegeben werden die Forschungsergebnisse im neuen Hörsaalgebäude an die eigenen Nachwuchsforscher, Studierende oder bei Konferenzen innerhalb der Forschergemeinde. Um Platz für das Multifunktionsgebäude zu schaffen, musste zuvor die Freigehege-Anlage östlich des Tierhauses umgesetzt und hinter den Containeranlagen neben dem großen Außengehege wieder aufgebaut werden“.

Innenwände als SB 4 ausgeschrieben

Dipl.-Ing. Ulf Koch, Oberbauleiter HTI Greußen: „Höchste An­forderungen an den Sichtbeton legten Bauherr und Architekt an die Wände im Foyer vor dem Hörsaal. Die bis zu 7,2 m ho­hen Ansichtsseiten mit ihren definierten Ankerrastern waren als SB 4 ausgeschrieben. Die vertraglichen Vorgaben und das visuelle Konzept der Planer waren nur mit einer Trägerscha­lung als Sonderschalung und den entsprechend leistungsfähi­gen Schalhautelementen zu erzielen“. Bei der Begutachtung der im Keller- und im Erdgeschoss erstellten Musterwände durch Bauherr und Bauteam fiel die Entscheidung zu Gunsten eines neuen Plattentyps, den die Westag & Getalit AG kürz­lich entwickelt und auf der Fachmesse „Bauma“ in München vorgestellt hatte.

Betoplan top MF: Weiterentwicklung der Betoplan top

Dipl.-Ing. Uwe Gassmann, Produktmanager der Westag & Ge­talit AG: „Auf der Baustelle beeinflussen viele Faktoren die Qualität des Sichtbetons. Rezeptur, Schalöl, Bewehrung, die Witterung aber auch das Personal und deren Sorgfalt und Erfahrung spielen eine ent­scheidende Rolle. Unter ungünstigen Umständen kann die gewünschte Qualität nicht erreicht werden und es kann zu Verfärbungen kommen. Unsere Technologen entwi­ckelten deshalb die Betoplan top hinsichtlich ihrer technischen Eigenschaften weiter mit dem Ziel, die möglichen Wechselwirkungen in den Griff zu bekommen.

  • Ihre mechanische Resistenz der Oberfläche wurde verbessert,
  • die Lichtbeständigkeit erhöht und
  • die Beschichtung Alkaliresistent ausgelegt.

Das schafft robuste, matte und helle Oberflächen. Strenge Tests konnten dies unter Beweis stellen. Mit der neuen Betoplan top MF bieten wir erstmals eine melaminbe­schichtete Großflächenschalungsplatte für höchste Anforderungen an perfekte Sicht­betonflächen“.

Maßgeschneiderte Sonderschalung

Als Servicepartner für die Schalungssysteme engagierte HTI die Harsco Infrastrucure Deutschland GmbH. Deren Schalungsbau Irxleben konfektionierte die maßgeschneider­te Sonderschalung aus H-20-Großflächenelementen. Objektspezifisch gefertigte Holz­trägerroste mit Stahlgurtung und Sparschalung bildeten die tragende Basis. Die Schal­beläge Betoplan top MF wurden im geschosshohen Format 3,60 x 2,00 m von hinten verschraubt. Dr.-Ing. Heiko Arndt: „Die optimierten Schalungselemente konnten auf­gestockt sowohl für die 2-geschossige Foyerwand, als auch für die leicht unterschied­lich hohen EG- und OG-Wände eingesetzt werden. Alle architektonischen Vorgaben zum Ankerraster und zu den Fugenstößen wurden vollständig umgesetzt. Eine her­kömmliche Rahmenschalung hätte dies nicht leisten können“.

600 m² Sichtbeton mussten der Oberbauleiter und sein teilweise 16-Mitarbeiter star­kes Team zeitgerecht schalen und betonieren. Ulf Koch fasst zusammen: „Die für das Gesamtbauwerk erforderlichen 2.600 m³ Transportbeton C 30/37 mischte und lieferte Sibo aus Göttingen just in time an. Das gute Sichtbetonergebnis wurde durch große Sorgfalt in der Arbeitsvorbereitung, beim Betonieren und Verdichten und mit guter Ko­ordination erreicht. Unterstützend machte sich auch der Einsatz chemisch wirkender Trennmittel bemerkbar, die vor der Betonierung dünn und gleichmäßig aufgetragen wurden.“

Weitere Informationen zu Betoplan top MF können per E-Mail an Westag + Getalit angefordert werden.

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