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Architekturpreis Beton 2014 (gesonderte Anerkennung) für das „Weinberghaus“ bei Wörrstadt

(3.6.2014) Eine der Anerkennungen beim Architekturpreis Beton 2014 geht an das Versuchs- und Forschungsgebäude „Weinberghaus“, Weinberg bei Wörrstadt:

Jurybegründung: Das Versuchs- und Forschungsgebäude „Weinberghaus“ der Tech­nischen Universität Kaiserslautern entstand in einer Kooperation der Fachbereiche Ar­chitektur und Bauingenieurwesen zur Erprobung von Entwurfs- und Konstruktionsstra­tegien mit ultrahochfestem Beton, einem aktuellen Thema der Baustoffforschung. Es basiert auf einem studentischen Entwurf, der den traditionellen Typus des „Weinberg­hauses“ in eine zeitgemäße Form und Konstruktion überträgt.


Foto: Sven Paustian (Bild vergrößern)

Durch den parallelogrammartig verzogenen Grundriss verschieben sich die Ansichten je nach Standort des Betrachters auf irritierende Weise. Im Mittelpunkt der Betrachtung stand bei dem Projekt von Beginn an die Frage nach der materiellen Fügung von Bo­den, Wand und Dach.

Die charakteristischen Eigenschaften des eingesetzten Hochleistungsbetons - ein hochfester, selbstverdichtender, mikrobewehrter Feinkornbeton -, wie hohe Festig­keit, hohe Dichte und hohe Fließfähigkeit ermöglichten schließlich lediglich 3 cm dicke Fertigteile für Wand und Dach, die ohne sichtbare Konstruktionsdetails gefügt wurden. Dadurch wirkt das Gebäude trotz der Verwendung des eigentlich „schweren“ Baustof­fes Beton auf eigentümliche Weise entmaterialisiert.

Das Projekt zeige in beispielhafter Weise, wie aktuelle Entwicklungen der Betonfor­schung neue konstruktive und architektonische Möglichkeiten eröffnen. Aufgrund des Forschungszwecks des Projekts entschied sich die Jury zur Vergabe einer gesonder­ten Anerkennung.

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