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Neue Initiative engagiert sich für Sanierung des Kanalnetzes und Wassermanagement

(13.5.2014) Nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sind Oberflächen­gewässer und Grundwasser in gutem Zustand zu erhalten. In Deutschland wurden daher das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und in Folge die Landeswassergesetze an­gepasst. Bund, Länder und Kommunen sind damit im Bereich der Siedlungswasserwirt­schaft und der Verkehrswege-Entwässerung gefordert, Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme zu erstellen und bis 2015 umzusetzen.

Ludwig Gerstlauer, Leiter Vertrieb und Marketing bei der BIRCO GmbH,, Rainer Mohr von der ACO Tiefbau Vertrieb GmbH, Michael Hölker, Hauptgeschäftsführer des BDB e. V., Roman von Urbanowicz, Leiter Bereich Drainage Systeme bei den Fränkischen Rohrwerken
Pressekonferenz auf der IFAT mit (v.l.n.r.) Ludwig Gerstlauer, Leiter Vertrieb und Marketing bei der BIRCO GmbH,, Rainer Mohr (Sprecher der Initiative) von der ACO Tiefbau Vertrieb GmbH, Michael Hölker, Hauptgeschäftsführer des BDB e. V., Roman von Urbanowicz, Leiter Bereich Drainage Systeme bei den Fränkischen Rohrwerken (Quelle: BDB e.V./ Initiative Verantwortung Wasser und Umwelt) (Bild vergrößern)

„Initiative Verantwortung Wasser und Umwelt“

Das Kanalsystem in Deutschland ist sanierungsbedürftig, aber bisher wird wohl zu we­nig dagegen getan. Die Mitgliedsunternehmen der Tiefbauinitiative des Gesprächskrei­ses Baustoffindustrie im Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) e.V. haben deshalb Anfang 2014 die „Initiative Verantwortung Wasser und Umwelt“ ge­gründet. „Ziel der Initiative ist es, den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser und Abwasser in der Bundesrepublik Deutschland nachhaltig zu sichern und die Kanalnetze zu erhalten“, erklärt der Sprecher der Initiative, Rainer Mohr von der ACO Tiefbau Ver­trieb GmbH. „Gerade im Kontext mit den aktuellen Überlegungen zur Finanzierung von überfälligen Infrastrukturinvestitionen gilt es auch, den Bereich der Wasserwirtschaft in einem Zug mit zu erfassen,“ so Mohr weiter.

6,9 Milliarden Euro jährlich für Kanalsanierung

Die Kanalnetze in Deutschland stellen mit einem Wert von rund 690 Milliarden Euro ei­nen wesentlichen Teil des Anlagevermögens der öffentlichen Hand dar. Circa 80 Pro­zent des 540.000 Kilometer langen Kanalnetzes wurden bisher inspiziert. Das Ergebnis:

  • 17 Prozent sind kurz- bis mittelfristig und
  • 18 Prozent langfristig zu sanieren.

„Unterstellt man, dass die Systeme 100 Jahre funktionsfähig sind, müssten jährlich 6,9 Milliarden Euro investiert werden, um den Zustand zu erhalten. Es werden jedoch jährlich nur rund 4 Milliarden Euro für das Kanalnetz ausgegeben. Es besteht also drin­gend Handlungsbedarf. Das ist im Bewusstsein der Öffentlichkeit und zuständigen Be­hörden noch nicht angekommen, da das Kanalsystem unterirdisch verläuft und Schä­den auf den ersten Blick nicht erkennbar sind“, erläutert Mohr. „Die Initiative Verant­wortung Wasser und Umwelt möchte die Bundesregierung, Länder und Kommunen auf diese Missstände aufmerksam machen und fordert Maßnahmenpläne“, sagt Michael Hölker, Hauptgeschäftsführer des BDB e.V.

Gefahr für das Grundwasser

Für beschädigte Kanäle bestehen vor allem zwei Risiken: Zum einen gelangt durch Infiltration zusätzliches Wasser in die Kanalsysteme und Kläranlagen. Die Folgen kön­nen überlastete Kläranlagen sowie Rückstauschäden in Gebäuden sein. Zum anderen versickert bei Exfiltration das Abwasser im Erdreich und kann so die Grundwasser füh­renden Schichten kontaminieren.

Neue Möglichkeiten nach Stand der Technik

Modernes Wassermanagement umfasst im Umgang mit Regen- und Schmutzwasser die Aufgaben der Aufnahme, des Transports, der Reinigung, Speicherung sowie der Ablei­tung des sauberen Wassers in den Vorfluter oder das Grundwasser. Daher sollten bei jeder infrastrukturellen Neubau- oder Modernisierungsmaßnahme die Aspekte des Was­sermanagements mit einbezogen werden.

Die Initiative

Die Arbeitsgruppe Tiefbau im Gesprächskreis Baustoffindustrie im BDB e.V. bündelt die Interessen der Industrie und Fachhändler im Tiefbau, die sich mit allen Aktivitäten der von Menschen gestalteten Wasserführung im infrastrukturellen Umfeld der Bundesre­publik Deutschland befasst. Hinter der 2014 gegründeten „Initiative Verantwortung Wasser und Umwelt“ stehen namhafte Unternehmen (Stand 5/2014):

siehe auch für zusätzliche Informationen: