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Leitthemen der BAU 2015

(28.3.2014) Drei Leitthemen sollen auf der BAU 2015 den Takt vor­geben. Viele Aussteller wollen ihre Präsentationen danach ausrich­ten und entsprechende Lösungen vorstellen. Auch in den Messefo­ren werden Architekten, Bauingenieure und Projektentwickler die Leitthemen unter verschiedenen Aspekten erörtern und diskutie­ren. Ebenso sollen in den Sonderschauen der BAU die Themen an­hand von Produkt- und Projektbeispielen veranschaulicht werden.

Intelligent Urbanization

Das Wachstum und der Wandel der Städte wird die Entwicklung im 21. Jahrhundert entscheidend beeinflussen, denn der Wettlauf um eine ökologisch nachhaltige Zukunft findet vor allem in den urbanen Zentren statt. Rund zwei Drittel der Weltbevölkerung werden sich bis 2025 in Städten konzentrieren. Zugleich gehen aktuelle Extrapolatio­nen von einem Anstieg des Primärenergiebedarfs von rund 50 Prozent aus, verbunden mit einem entsprechenden Anstieg der CO₂-Emissionen.

Was bedeutet das für die Städte von morgen? Bei Planung, Bau und Betrieb müssen vielfältige Aspekte berücksichtigt werden. Dazu zählen ...

  • der demographische Wandel,
  • der weiter wachsende Ressourcenverbrauch,
  • der sich bereits jetzt abzeichnende Strukturwandel im bisherigen Wertschöp­fungssystem,
  • die zunehmenden Klimaschwankungen und deren Auswirkungen,
  • die Energiewende,
  • die damit verbundenen Veränderungen in der Mobilität,
  • neue Möglichkeiten durch die zunehmende Digitalisierung und
  • das wachsende Bedürfnis der Bürger, an Planungs- und Entwicklungsprozessen ihres Lebensraums teilzuhaben.

All diese Anforderungen sind nur durch ein synergetisches Zusammenspiel von Stadt­planung, Architektur, Bautechnik und technischer Gebäudeausrüstung zu erfüllen. Die Verwirklichung der Zukunftsvision einer „CO₂-neutralen, energieeffizienten und klima­angepassten Stadt“ kann gelingen, wenn gleichzeitig die energetische Modernisierung von Gebäuden und Produktionsanlagen, die zukunftsfähige Gestaltung einer nachhalti­gen Mobilität sowie der Ausbau intelligenter Energienetze vorangetrieben werden. Die große Herausforderung wird die Festlegung strategischer und langfristiger Handlungs­maximen sein, die bereits heute erkennbare Entwicklungen berücksichtigen und Verän­derungen flexibel antizipieren. Dafür müssen Städte als Gesamtsystem gesehen wer­den.

Mensch und Gebäude

Mitteleuropäer verbringen mehr als 80% ihrer Arbeitszeit in Büros oder anderen Innen­räumen. Es ist erwiesen, dass optimale ...

  • thermische,
  • hygienische,
  • beleuchtungstechnische,
  • akustische und
  • olfaktorische Raumbedingungen

... Denkprozesse, Emotionen, Motivation und Interaktion der Nutzer markant verbes­sern können. Im Gegensatz dazu mindern schlechte Rahmenbedingungen unsere Leis­tungsfähigkeit und führen so beispielsweise zu wirtschaftlichen Einbußen für ein Un­ternehmen. Bedenkt man, dass etwa 80 bis 90% der Informationsaufnahme des Men­schen über das Auge erfolgt, ist es nur logisch, der anforderungsgerechten Gestaltung und Planung des visuellen Umfeldes eine hohe Bedeutung zukommen zu lassen. Praxis­taugliche Lösungen für Menschen in Gebäuden und Räumen rücken daher immer stär­ker in den Fokus: Innovative Lüftungssysteme und aufeinander abgestimmte Steuer-, Regel- und Optimierungseinrichtungen haben anerkanntermaßen ihre Vorteile gegen­über manueller Lüftung und gelten als zukunftsträchtig. Die passive Nutzung bereits verfügbarer Energien, zum Beispiel durch natürliche Kühlung oder Lüftung, sowie die Möglichkeit, überschüssige Wärme eines Systems für ein anderes zu nutzen, sind die Basis smarter Heiz- und Kühlsysteme. Außerdem ist die Raumakustik  ein nicht minder wichtiger Faktor, so sind beispielsweise Schall absorbierende Baustoffe in Büros kaum mehr weg zu denken.

Energie- und Ressourceneffizienz

Demografischer Wandel, Ressourcenverknappung, Energiewende und Globalisierung stellen Gesellschaft und Wirtschaft in den kommenden Jahren vor große Herausforde­rungen. Zeitgemäße Lösungen im Umgang mit Ressourcen und Energie sind sowohl für private Haushalte als auch für Unternehmen gefragt. So werden sich, angesichts stei­gender Rohstoffpreise und Energiekosten, nur noch die Unternehmen auf dem Markt durchsetzen, die Materialien und Energie effizient und nachhaltig einsetzen.

Auch im Gebäudebereich sind neue Technologien und Baustoffe nötig: Niedrig- und Passivhäuser sind schon State of the Art und der Trend zum Effizienzhaus Plus setzt sich stetig fort. Im Sinne einer ganzheitlichen Bilanzierung von Gebäuden spielen da­bei nachhaltige und umweltverträgliche Dämmstoffe eine ebenso wichtige Rolle wie Technologien für das Recycling von Baumaterialien oder minimalinvasive Methoden für die Sanierung von Bestandsbauten. Die Entwicklung neuer aufeinander abgestimmter Fassadenkonzepte und effizienter Energieversorgungsmodelle für Gebäude und Sied­lungen sind da nur konsequente und weitere notwendige Schritte für die Zukunft der Baubranche. Neue Bewertungs- und Berechnungswerkzeuge sowie intelligente Soft­waretools unterstützen Architekten und Bauträger bereits in der Konzeptionsphase bei der Planung kosten- und energieeffizienter Gebäude.

siehe auch für zusätzliche Informationen: