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DAI: Wohnungen bauen, statt Märkte (per Mietpreisbremse) regulieren

(18.11.2013) In den Koalitionsverhandlungen geht es dieser Tage auch um das Thema bezahlbarer Wohnraum. Als politisch populäres Instrument gilt die so genannte Miet­preisbremse, mit der man der Wohnungsnot gerade in Ballungszentren begegnen will. So soll beispielsweise die Miete in Zukunft innerhalb von vier Jahren um max. 15 Pro­zent steigen dürfen; aktuell gilt das für den Zeitraum von drei Jahren. Eine Deckelung der Mieten ist aber aus Sicht des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieur­vereine (DAI) nur das Behandeln eines Symptoms, nicht aber der Ursache. Das Prob­lem löse man nur, indem neue Wohnungen gefördert und gebaut würden.

„Was wir brauchen sind offenbar weniger regulierende Instrumentarien wie eine Miet­preisbremse, sondern vielmehr Anreize für den Neubau von Wohnungen. Es muss allen Beteiligten klar sein, dass zusätzliche, neue Wohnungen von der Wohnungswirtschaft bzw. Investoren gebaut werden. Wenn neben den bestehenden zahlreichen Vorschrif­ten für Gebäude wie der Entwurf von Mobilitätskonzepten, die alternative Energieer­zeugung oder die Wärmedämmung noch weitere Auflagen hinzukämen, wird das am Ende zu weniger bezahlbare Wohnungen anstelle von mehr Wohnraum führen,“ meint DAI Präsident Prof. Dipl.-Ing. Christian Baumgart. „Unser Verband setzt sich zudem seit Jahren für mehr baukulturell gehaltvolle Erschließung im Bestand ein und fordert eine solide, auf Dauer ausgerichtete Förderung der Städte, um lebenswerte Stadt­quartiere zu ermöglichen,“ so Baumgart.

Den wichtigen Akteuren des Wohnungsmarktes muss mit investitionsfördernden und nachhaltigen Entwicklungsmöglichkeiten geholfen werden. Förderprogramme wie der Stadtumbau oder die Soziale Stadt seien hier nur beispielhaft erwähnt. Die Kürzun­gen der vergangenen Jahre in z.T. drastischem Umfang in diesem Bereich müssen schnellstmöglich rückgängig gemacht werden, heißt es beim DAI.

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