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Geschäftsklimaindex der Wohnungswirtschaft: „Regulierungswut bedroht Geschäftslage auf dem Mietwohnungsmarkt“

(16.9.2013) Das Geschäftsklima in der Wohnungswirtschaft ist im letzten Jahr um 1,5 Punkte gestiegen. Das zeigt der neue Geschäftsklimaindex des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Der Index ist von 2008 bis 2013 um 7,2 Punkte auf insgesamt 38,7 Punkte gestiegen. Die Wohnungsunternehmen be­werten ihre derzeitige Geschäftslage überwiegend als gut (77,3 Punkte) - sie blicken aber deutlich weniger optimistisch (5,5 Punkte) in ihre geschäftliche Zukunft.

Für die Abfrage des neuen Geschäftsklimaindex für die Wohnungswirtschaft bittet der GdW seine rund 3.000 Wohnungsunternehmen jährlich, die aktuelle Geschäftslage ein­zuschätzen sowie eine Geschäftsprognose für die kommenden Jahre abzugeben. Aus den Ergebnissen wird ein einheitlicher Indikator errechnet.

„Noch ist die Geschäftslage in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft stabil“, so Axel Gedaschko, Präsident des GdW. So verzeichnen die rund 3.000 im GdW und sei­nen Regionalverbänden organisierten Wohnungsunternehmen, die rund ein Drittel des Mietwohnungsmarktes in Deutschland repräsentieren, aktuell beispielsweise ...

  • eine sinkende Leerstandsquote,
  • unterdurchschnittlich steigende Betriebskosten,
  • sinkende Energieverbräuche,
  • zunehmend mehr barrierearme bzw. -freie Wohnungen,
  • und stabile Investitionen.

„Die zunehmende Regulierungswut in der Politik dämpft jedoch die Erwartungen der Wohnungsunternehmen an die zukünftigen Geschäfte“, mahnte Gedaschko. „Immer weiter steigende Baukosten, auch durch die angedachte Verschärfung der Energieein­sparverordnung im Neubau, sowie die aktuelle Diskussion um Mietendeckel und Vermö­gensteuer bremsen die Unternehmer aus“, erklärte der GdW-Chef.

Die Geschäftserwartungen der Wohnungsunternehmen sind eng an die politischen Ent­wicklungen und deren Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen gebun­den. „Die Politik muss unbedingt dafür sorgen, dass sich die Rahmenbedingungen ins­besondere für den Wohnungsneubau keinesfalls weiter verschlechtern. Enge Regulie­rungen bedeuten zwangsläufig sinkende Investitionen in Wohnungsneubau und -mo­dernisierung und führen letztendlich zu einer weiteren Verknappung des Wohnungsan­gebotes in Ballungsräumen und damit zu steigenden Mieten“, warnte Gedaschko.

Um das Geschäftsklima in der Wohnungswirtschaft insbesondere durch ein „Anfeuern“ des notwendigen Wohnungsbaus zu verbessern, muss die Politik weitere Bündnisse für den Wohnungsbau wie beispielsweise in Hamburg schmieden, Entbürokratisierung vo­rantreiben und Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen. Zusätzlich kann eine Verdopplung der linearen Abschreibung für Abnutzung (AfA) von 2 auf 4 Prozent weitere Impulse für den Wohnungsbau setzen.

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