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Stiebel Eltron beteiligt sich an Ochsner Wärmepumpen


  
  

(20.8.2013) Die Stiebel Eltron GmbH & Co. KG mit Hauptsitz im niedersächsischen Holzminden und die österreichische Ochsner Wärmepumpen GmbH aus Linz sind eine weitreichende strate­gische Partnerschaft eingegangen. So hat Stiebel Eltron einen Anteil von 35 Prozent an der Ochsner Wärmepumpen GmbH erworben. Außerdem wurde heute (20.8., Erdüberlastungstag) auf Pressekonferenzen in Frankfurt und Wien ein Joint Ven­ture für Großwärmepumpen angekündigt.


v.l.n.r.: Dr. Kai Schiefelbein (Stiebel Eltron-Geschäftsführer Technik), Karl Ochsner sen., Karl Ochsner jun., Karlheinz Reitze (Stiebel Eltron-Geschäftsführer Vertrieb und Marketing) (Bild vergrößern)

Mit der Transaktion wollen die beiden traditionsreichen Familien-Unternehmen ...

  • ihre technische Kompetenz bündeln, um vom Ventil bis zum Steuergerät nicht alles doppelt entwickeln zu müssen,
  • durch ein größeres Produktportfolio neue Marktzugänge schaffen, insbesondere auch auf dem Sektor der Großwärmepumpentechnik, sowie
  • durch Synergien im Service-Bereich ihre Präsenz vor Ort beim Kunden erhöhen.

„Mit der Kooperation finden zwei Qualitätsanbieter zusammen. Gemeinsam bieten wir eine noch umfangreichere lösungsorientierte Produktpalette für alle Aufgaben, die aus dem Markt heraus an Technologieführer gestellt werden. Wir stärken dank der gegen­seitigen Produktergänzungen unsere beiden Unternehmen und festigen damit unsere jeweilige Position bei Wärmepumpen und im Markt der Erneuerbaren Energien. Wenn wir diese Stärken weiter nutzen, haben wir großes Potential für die Zukunft", betonten Geschäftsführer Karl Ochsner jun. und Stiebel Eltron-Geschäftsführer Karlheinz Reitze in Frankfurt.

  • Ochsner Wärmepumpen fertigt seit 1978 am Produktionsstandort Haag nahe Linz und hat als einer der ersten europäischen Hersteller mit der industriellen Fertigung von Wärmepumpen begonnen. Ochsner gilt als Marktführer in Öster­reich. Ochsner hatte 2012 einen Umsatz im Bereich Wärmepumpen von rund 26,1 Mio. Euro und beschäftigte 160 Personen.
  • Stiebel Eltron entwickelt und produziert Wärmepumpen industriell seit 1974 am Stammsitz des Unternehmens in Holzminden. Das Unternehmen versteht sich in diesem Bereich als Marktführer in Deutschland. Stiebel Eltron wies für 2012 ei­nen Jahresumsatz von 483 Mio. Euro aus und zählte rund 3.000 Mitarbeiter.

Durch die neue Partnerschaft können die beiden Unternehmen zukünftig ein Vollsor­timent an Wärmepumpen von 1,5 bis 1.000 kW bieten - für Heizung, Kühlung und Warmwasserbereitung in den verschiedensten Systemen.

Im Rahmen ihrer Kooperation wollen Stiebel Eltron und Ochsner außerdem ein Joint Venture gründen, über das Groß-Wärmepumpen mit bis zu einem Megawatt Leistung für Objektbauten geplant und vermarktet werden. Beide Unternehmen sind an dem Vorhaben mit jeweils 50 Prozent beteiligt.

Keine Auswirkungen sollen die Veränderungen auf die jeweiligen Vertriebsorganisatio­nen haben. Diese arbeiten auch weiterhin getrennt in den einzelnen Ländern. Gleich­wohl wollen die beiden Unternehmen mit der Allianz ihre bestehenden Marktpositionen festigen und die internationale Expansion forcieren - nicht zuletzt auch im zunehmen­den Wettbewerb mit aufkommenden Anbietern aus Fernost.

Für das Gelingen der Energiewende mit den beschlossenen Zielen der Europäischen Union - beispielsweise, ab dem Jahr 2020 bei Neubauten ausschließlich Nahezu-Null-Energie-Häuser zuzulassen - spielt der häusliche Wärmesektor eine entscheidende Rolle. Dabei steht die Wärmepumpe im Zentrum der Umsetzung, da andere Heizsys­teme den nur noch geringen Wärmebedarf gar nicht oder nur schwer bedienen kön­nen. „Es wird beispielsweise schwierig werden, auf diesem niedrigen Wärmebedarfs­level die Gasflamme eines Gasbrennwertgerätes stabil zu halten,“ erklärte Karl Ochs­ner sen. das mögliche Dilemma der klassischen Heizungsbauer. Im Haus der Zukunft, das ausschließlich auf die Energieform Strom setzt, stehe die Wärmepumpe im Mittel­punkt eines kompletten Energiesystems aus Erzeugung, Verbrauch, Speicherung und Management. Hier liege ein Schwerpunkt der Kooperation: Auf der Bündelung der Ent­wicklungskapazitäten im Bereich der Komplettlösungen für das intelligente Haus mit der Wärmepumpe als zentraler Haustechnik.

Über den Kaufpreis der 35-prozentigen Beteiligung haben die beiden Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

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