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fbr-Position: Einsatz von Regenwasser für die Kühlung und Klimatisierung von Gebäuden

(11.7.2013) Die Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e.V. (fbr) for­dert, dass Maßnahmen der Betriebswassernutzung für Klimatisierung und Kühlung von Gebäuden in die Programme der nationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung aufgenommen werden und hat dazu ein Positionspapier erstellt:

Das Thema Energieeffizienz erreicht im Zuge von Klimaschutz und Klima­wandelanpassung einen immer höheren Stellenwert. Neben den großen Auf­gaben der Siedlungswasserwirtschaft, wie dem Management von Nieder­schlägen und der Überbrückung von Trockenperioden, steigen auch die Anforderungen an die Klimatisierung und Kühlung von Gebäuden.

Der Energieverbrauch für die Kühlung von industriellen Prozessen und Gebäuden wird weiter mit hoher Dynamik steigen und sich bis 2020 mehr als verdoppeln. Bei der Verwendung von fossilen Energieträgern bedeu­tet dies, ein weiteres Ansteigen des klimaschädigenden Treibhausgases CO₂.

Diese Entwicklung steht im Widerspruch zu den klimapolitischen Zielen der Bundesregierung und droht die Erfolge bei Energieeinsparungen, Emissionsminderung und Klimaschutz zu konterkarieren.

Eine wirkungsvolle, bisher weitgehend ungenutzte Möglichkeit zur Klima­tisierung von Gebäuden sind wassergestützte Kühlsysteme, die mit Regen­wasser betrieben werden. Bei Verwendung von weichem Regenwasser ent­fällt der Prozess der Enthärtung bzw. Entsalzung. Mit Hilfe von regen­wassergespeisten Kühl- und Klimatisierungssystemen kann somit der Ener­gieverbrauch im Vergleich zur konventionellen Klimatisierung deutlich gesenkt werden. Ergänzend reduzieren sich Investitionen sowie Material- und Wartungsaufwand.

Zusätzlich zur energetischen Effizienz können in Gewerbe- und Indus­triebetrieben mit Hilfe einer weitergehenden Nutzung von Betriebswas­ser, Betriebsabläufe optimiert und Betriebsmittel sowie Kosten einge­spart werden. Im Niederschlagsfall ergeben sich durch die Nutzung - speziell der Speicherung und Rückhaltung des Regenwassers - weitere positive Effekte auf den Wasserabfluss in den Siedlungsgebieten.

Aktuell hat die fbr-Fachtagung „Energetische Nutzung von Regenwasser“ am 28.2.2013 in Berlin aufgezeigt, dass eine Vielzahl anwendungsreifer Techniken bereits verfügbar sind, um Gebäude und industrielle Prozesse mit Hilfe von Regenwasser zu kühlen und dabei den Energieverbrauch ge­genüber konventionellen Techniken erheblich zu reduzieren. Die fbr greift damit das Votum der Referenten und Teilnehmer der Fachtagung in Berlin auf, sich bei den zuständigen Stellen auf Regierungsebene, ver­stärkt für die Aufnahme der Regenwassernutzung in die Förderprogramme zu Energieeinsparung und Klimaschutz einzusetzen.

Die Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e.V. fordert daher:

  1. Der Einsatz von Regenwasser für Kühlzwecke ist in die Programme und Projek­te der nationale Klimaschutzinitiative des Bundes aufzunehmen und als eigene Maßnahme zur Energieeinsparung zu fördern.
  2. Die Erforschung und Entwicklung der Nutzung von Regenwasser mit Energie­sparpotential sind zu intensivieren und verstärkt durch öffentliche Förderpro­gramme zu unterstützten.
  3. Pilotprojekte sind in den genannten Schwerpunktbereichen der Programme in Kommunen, Wirtschaft, bei Verbrauchern und in Schulen bundesweit zu initi­ieren.

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