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Unterschätztes Risiko: Die Längenausdehnung bei Kunststoffabgasleitungen

(9.7.2013) Temperaturschwankungen können Längendehnun­gen bei Abgasleitungen aus Kunststoff verursachen. Wird dies nicht berücksichtigt, kann es im Einzelfall zu Störungsmeldun­gen des Brennwertgerätes und in schwerwiegenderen Fällen zu Durchfeuchtungen im Gebäude kommen - und im Extremfall auch zum unkontrollierten Austritt von Abgasen. Darauf macht die Skoberne Schornsteinsysteme GmbH aktuell in ihren SKOBI­NEWS aufmerksam. Der Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Viessmann erarbeitet.

Das Fazit der Abhandlung: Wird die Längendehnung bei der Montage nicht beachtet, können teure Folgeschäden auftre­ten. Planer und Ausführende sind damit einem hohen Haftungs­risiko ausgesetzt. Im Folgenden werden die wichtigsten Argu­mente zusammengefasst:

Sensibilität gegenüber Wärme und Kälte bei Polypropylen

Bei allen unbestrittenen Vorteilen von Kunststoffabgasleitungen (Kondensatbeständigkeit, Unempfindlichkeit, Stabilität, Dichtheit) muss bei Montage und Betrieb von Kunststoffabgasleitungen unbedingt eine Eigenschaft beachtet wer­den: Die Längenänderung der Leitungen bei Temperaturschwankungen. So kann es bei einem Temperaturdelta von 70 Kelvin zu 11 mm Längendehnung pro Meter kom­men, bei einem Einfamilienhaus also bis zu 50 mm.

Konsequenzen für die Montage

Um die Längenausdehnung auszugleichen, muss die Kunststoffabgasleitung an jeder Stelle frei längsbeweglich sein. Festpunkte, also kraftschlüssige Verbindungen mit dem Baukörper, sind unbedingt zu vermeiden. Bei Erwärmung verschiebt sich das Ab­gasrohr durch die Ausdehnung in den Muffen und anschließend im Festpunkt. Bei Ab­kühlung zieht sich das Rohr wieder zusammen - bevorzugt in den Muffen. Ein Fest­punkt kann jetzt dazu führen, dass sich Muffen auseinanderziehen.

Besonders auch im Mündungsbereich, wo sich die Längendehnung am meisten aus­wirkt, dürfen keine Festpunkte entstehen - z.B. durch eine Wetterhaube. Und so erlauben beispielsweise Skoberne Schachtabdeckungen mit koaxialem Mündungsele­ment eine autarke Längendehnung der Leitung, eine Gleitlippe schützt auch vor Nie­derschlag.

Bei der Montage in verzogenen Schächten kann es zudem zu Verkantungen der Ab­gasleitung am Schachtrand kommen, und damit zu einem Festpunkt der die Längsbe­weglichkeit einschränkt. Hier sollte ein flexibles Abgassystem eingesetzt werden.

Separater Schacht und Demontierbarkeit

Die Demontierbarkeit von Kunststoffabgasleitungen, auch wenn sie ein langlebiges Material sind, rückt bei langjähriger Einsatzzeit immer mehr in den Blick.

Künftige Heiztechniken oder höhere Anforderungen bezüglich Dichtheit, Querschnitt oder Säurebeständigkeit können dies erfordern. Um die Kosten bei einem ggf. notwen­digen Austausch der Abgasleitung möglichst gering zu halten und Haftungsrisiken aus­zuschließen, ist unbedingt auf eine einfache Demontierbarkeit der Abgasleitung zu achten. Freie Längsbeweglichkeit, Festpunkte und Demontierbarkeit stehen so im un­mittelbaren Zusammenhang. Eine nachhaltige Installation wird mit einem separaten Schacht gewährleistet. Dieser erfüllt zusätzlich neben dem Brandschutz die nach wie vor im Regelwerk geforderten Funktionen wie Gasdichtigkeit, mechanischen Schutz und eben die längsbewegliche Führung von Abgasleitungen.

Weitere Informationen zur Längenausdehnung bei Kunststoffabgasleitungen kön­nen per E-Mail an Skoberne angefordert werden; die SKOBINEWS mit dem Titel „Kunststoffabgas­leitungen: die unterschätzte Längendehnung“ ist zudem als PDF-Dokument down­loadbar.

siehe auch für zusätzliche Informationen: