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Conergy AG beantragt Eröffnung eines Insolvenzverfahrens


  

(5.7.2013) Die Conergy AG stellte am Freitag (5.7.) beim Amtsgericht Hamburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insol­venzverfahrens. Zwar wurden Verhandlungen über den kurz­fristigen Einstieg eines strategischen Investors geführt, dem Vernehmen nach konnte das Bankenkonsortium jedoch nicht zeitnah die erforderliche einheitliche und verlässliche Zustim­mung zum Vorstandskonzept erzielen. Nun führte das uner­wartete Ausbleiben eines Zahlungseingangs aus einem Großprojekt zu einer Zahlungs­unfähigkeit von Conergys Tochtergesellschaften Mounting Systems und Conergy So­larModule. Der Conergy Vorstand ist daher zu der Einschätzung gelangt, dass die bis­lang positive Fortführungsprognose für die Conergy AG entfallen ist.

Trotz länger andauernder und intensiver Verhandlungen konnten sich die Gläubiger un­tereinander nicht auf ein vom Conergy Vorstand vorgelegtes Zukunftskonzept ver­ständigen, obwohl neun von zehn Kreditgebern bereits ihre grundsätzliche Zustimmung signalisierten. Das zuständige Amtsgericht wird nun einen vorläufigen Insolvenzverwal­ter bestellen, der entscheiden wird, ob und wie der operative Geschäftsbetrieb des Unternehmens weitergeführt werden kann.

CEO Comberg: „Wir haben unseren kreditgebenden Banken in den vergangenen 15 Mo­naten zwei konkrete Vorschläge für den Einstieg eines strategischen Investors vorge­legt und bedauern es sehr, dass sie diesbezüglich in keinem Fall eine verlässliche Ei­nigung über eine zeitnahe Umsetzung erzielen konnten. ... Ohne eine tragfähige Kapi­talstruktur und die entsprechenden liquiden Mittel können wir das von uns geplante Wachstum jedoch nicht umsetzen. Als Vorstand werden wir den jetzt vom Gericht zu bestellenden vorläufigen Insolvenzverwalter jedoch nach allen Kräften zur Seite ste­hen, um möglichst alle Arbeitsplätze zu sichern und den Geschäftsbetrieb weiterzu­führen. Zudem werden wir den vorläufigen Insolvenzverwalter bei Gesprächen mit po­tenziellen Investoren sowie Conergys Gläubigern unterstützen.“

Vorstandskonzept sollte Conergys erfolgreichen Wachstumskurs nachhaltig sichern

Conergy hatte nach einer mehrjährigen Restrukturierung trotz eines erneuten Preis­verfalls von rund 40% seine Verluste im Jahr 2012 stark reduziert und im 1. Quartal 2013 volumen- und umsatzseitig wieder einen erheblichen Zuwachs erzielt. Um diese Entwicklung fortzusetzen, hatte sich Conergy vorgenommen, seine Aktivitäten im ka­pitalintensiven Großkraftwerksbau in den solaren Wachstumsmärkten auszuweiten und dabei mit Lieferantenpartnern und strategischen Finanzinvestoren zu kooperieren. Zur Finanzierung dieses Wachstums benötigt das Unternehmen jedoch eine solide Kapital­struktur und insbesondere ausreichende liquide Mittel. Das vom Vorstand eingebrachte Konzept sollte diese Voraussetzungen für Conergys erfolgreiches Fortbestehen schaf­fen.

Neben der Conergy AG ist auch die deutsche Vertriebsgesellschaft Conergy Deutsch­land GmbH von der Insolvenz betroffen sowie die beiden Fertigungsstandorte des Un­ternehmens, Conergy SolarModule GmbH & Co. KG in Frankfurt (Oder) und Mounting Systems GmbH in Rangsdorf. Die Auswirkungen auf die internationalen Tochterunter­nehmen sind derzeit noch nicht absehbar.

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