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Protokollband 42: Betrachtung der Lebenszykluskosten von Passivhäusern

(1.7.2013) Passivhäuser zeichnen sich durch hohen Komfort und besonders niedrigen Energieverbrauch aus. Schon heute müssen sie in der Investition nicht viel teurer sein als andere Neubauten. Ob sich der Mehraufwand bei einem Bau-Projekt „auszahlt“, hängt von den Randbedingungen ab - und beim Nachweis kommt es darauf an, dass ...

  • eine problemadäquate Methode gewählt wird und dass
  • alle Faktoren angemessen berücksichtigt werden.

Der neue Protokollband 42 des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser gibt einen Überblick darüber, wie Kosten und Ein­sparungen bei Maßnahmen für mehr Energieeffizienz realistisch zu bewerten sind. Das Ergebnis hier ist eindeutig: Sofern einige Grundregeln eingehalten werden, bleibt unter dem Strich fast immer ein Plus.

Amortisationszeit versus Lebenszykluskosten

„Wenn die neue vergoldete Dachrinne den Energiesparinvestitionen zugeordnet wird, dann geht die Rechnung natürlich nicht auf“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts. Auch müssten die für den Bau oder den Erhalt eines Gebäudes „ohnehin“ notwendigen Kosten aus der Gleichung herausgehalten werden - etwa der neue Außenputz oder das für eine Sanierung aufzustellende Gerüst. Beim Vergleich energetisch hochwertiger Baukomponenten mit herkömmlichen Produkten sei zudem nicht die Amortisationszeit maßgeblich, sondern die Analyse der Lebenszykluskosten.

Nach einer Einführung zur ökonomischen Bewertung von Energieeffizienzmaßnahmen werden in dem neuen Protokollband Methoden der Investitionsrechnung, Zielgrößen und Anwendungsbereiche vorgestellt. Am Beispiel realisierter Passivhäuser wird dann gezeigt, dass insgesamt mit den gleichen und sogar geringeren Lebenszykluskosten dieser hohe Standard erreicht werden kann. Oliver Kah vom Passivhaus Institut geht im Detail auf die wirtschaftliche Beurteilung energierelevanter Bauteile ein. Dr. Rainer Pfluger von der Universität Innsbruck beschreibt die Einsparpotenziale im Bereich von Komfortlüftungen mit Wärmerückgewinnung. Grundlegende Einflussgrößen bei der Be­wertung und Optimierung von Energieeffizienzmaßnahmen an Gebäuden - wie Rendite, Risiko und Gewinn - werden in einem Fachbeitrag von Dr. Witta Ebel vom Passivhaus Institut übersichtlich dargestellt. Anne Huse von „proKlima - Der enercity Fonds“ er­läutert am Beispiel der Region Hannover den volkswirtschaftlichen Nutzen entspre­chender Fördermaßnahmen.

Bereits bei heutigen Marktbedingungen rentabel

Im Ergebnis gilt das Prinzip: „Wenn schon, denn schon“. Nicht etwa die „Energie­schleudern“, sondern die bereits suboptimal gedämm­ten Gebäude seien es, die sich später nicht mehr wirtschaftlich sanieren ließen, schreibt Feist. Wenn allerdings im­mer dann, wenn eine Bau-Maßnahme ohnehin an­stehe, jeder einzelne Schritt auf Passivhaus-Niveau ausgeführt werde, dann sei die Mehrinvestition bereits unter den heutigen Marktbedingungen rentabel - noch nicht einmal steigende Energiepreise un­terstellt. Noch hinzu kommt der finanziell schwer fassbare Zusatznutzen einer besse­ren Wohngesundheit sowie der des erreichten Umweltschutzes.

zur Erinnerung: Der Arbeitskreis kostengünstige Passivhäuser beschäftigt sich seit 1996 mit zentralen Fragen des energieeffizienten Bauens. Die Ergebnisse werden in einer fortlaufenden Reihe von Protokollbänden veröffentlicht. Träger des Arbeitskrei­ses Phase V sind die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, proKlima - Der enercity Fonds, das Hessische Umweltministerium und die FAAG TECHNIK GmbH.

Die bibliographischen Angaben zum Protokollband:

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