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IVD: „Einführung von Energieeffizienzklassen im Energieausweis kontraproduktiv“

Energieeffizienzklassen
  

(24.6.2013) Der IVD lehnt die Einführung von Energieeffizienz­klassen im Energieausweis entschieden ab. Einige Bundeslän­der wollen diese im Rahmen der Novellierung der EnEV 2014 einführen, um für den Mieter eine höhere Transparenz zu er­reichen. "Die Erwartung, dass Wohnungssuchende anhand der Energieeffizienzklassen eindeutig nachvollziehen können, wel­chen Energieverbrauch die Wohnung hat und welche Betriebs­kosten sie zu erwarten haben, wird sich durch Energieeffi­zienzklassen nicht erfüllen", sagt Sun Jensch, Geschäftsfüh­rerin des Immobilienverband IVD. Allein durch die hohen Preisunterschiede der Ener­gieträger könne hier keine Transparenz entstehen. So kann ein gasversorgtes Gebäu­de mit der Effizienzklasse D die gleichen Energiekosten haben wie ein fernwärmever­sorgtes Gebäude mit der Effizienzklasse B. "Darüber hinaus gibt die Energieeffizienz­klasse keine Rückschlüsse auf die warmen Betriebskosten, da diese immer von der nachgefragten Fläche abhängen", erklärt Jensch.

Die neuen Klassen würden die bisherige Unverständlichkeit des Energieausweises zu­dem noch erhöhen. Statt der bisherigen zwei Kennwerte (Verbrauch und Bedarf) wür­den dann für jedes Gebäude vier verschiedene Kennwerte sowie mehrere Klassen ge­schaffen. "Mit dieser Flut an Informationen wird dann für noch mehr Verwirrung ge­sorgt werden", warnt Jensch.

Neben der Irreführung durch die Energieeffizienzklassen kämen höhere Kosten auf die Eigentümer zu. Ab 2014 verlangt die EU eine Anzeigepflicht des Energieausweises. "Alle Wohnungseigentümer müssen dann bei Neuvermietung einen neuen Energieaus­weis ausfertigen lassen." sagt Jensch.

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