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Erste DGNB-Zertifikate für kleine Wohngebäude mit weniger als 6 Wohneinheiten

(18.6.2013) Nachhaltiges Bauen kommt auch in der Breite weiter voran. Erstmals hat die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB Wohngebäude mit weniger als sechs Wohneinheiten ausgezeichnet. Im Rahmen des DGNB Kongresses „Impuls“ in Stuttgart erhielten die Massivhaushersteller Viebrockhaus sowie die DFH Deutsche Fertighaus Holding AG für ihre Vertriebslinie OKAL ein DGNB Zertifikat.


Vorzertifikat in Gold für Maxime 300 greenlife, Hamburg (Viebrockhaus AG) (Bild vergrößern)

„Mit der Zertifizierung von Wohngebäuden unter sechs Wohneinheiten geht die DGNB ganz neue Wege“, erklärte die Geschäftsführerin der DGNB, Dr. Christine Lemaitre, in Stuttgart. „Nun ist es bis hin zum Sektor der Einfamilienhäuser möglich, intelligent und nachhaltig umgesetzte Bauprojekte zu verwirklichen beziehungsweise die entspre­chenden Planungen im Kontext der Nachhaltigkeit zu optimieren“.

Geschäftsführerin der DGNB: Dr. Christine Lemaitre
Dr. Christine Lemaitre 
 

Das DGNB Zertifikat für kleine Wohngebäude steht ab sofort zur Verfügung. „Hier können wir zeigen, dass nachhaltig er­stellte kleinere Wohngebäude über alle DGNB Themenfelder punkten können. Privatpersonen können sich so mit diesem wichtigen Thema in den eigenen vier Wänden konstruktiv auseinandersetzen“, begründete Lemaitre die Vorgehenswei­se der DGNB.

Die Entwicklung des neuen Nutzungsprofils war wohl eine an­spruchsvolle Aufgabe. Anhand von 35 Kriterien gilt es trans­parent und nachvollziehbar die nachhaltige Qualität der Häu­ser zu belegen - und das über den ganzen Lebenszyklus eines Wohngebäudes hinweg. Grundlage ist die etablierte DGNB Be­trachtung der ökologi­schen und ökonomischen Qualität, des Nutzerkomforts sowie der Technischen und Prozessqualität.

„Für Wohngebäude stehen der Komfort und das Wohlempfinden der Nutzer im Mittel­punkt“, erläuterte Dr. Christine Lemaitre. „Doch rücken für private Bauherren Themen wie etwa die Umnutzungsfähigkeit immer mehr in den Fokus: Wie kann auch ein kleines Wohngebäude auf veränderte Lebenssituationen der Bewohner reagieren, wenn bei­spielsweise die Kinder aus dem Haus sind? Oder mit welchen Wartungskosten müssen sie über den Lebenszyklus hinweg rechnen und wie greifen Elemente der Gebäude­technik so ineinander, dass ein nachhaltiges Haus auch wirtschaftlich attraktiv bleibt? Das sind aktuelle Fragen, die uns und unsere Mitglieder umtreiben“, berichtete die Ge­schäftsführerin.


Zertifikat in Silber für Okal Musterhaus, Mülheim-Kärlich (DFH) (Bild vergrößern)

Der Vorteil des langfristigen Werterhalts sei gerade für diesen Bausektor besonders wichtig. „Wir freuen uns sehr darüber, dass sich die ersten Unternehmen ganz be­wusst für das anspruchsvolle DGNB Zertifikat entschieden haben und das nachhaltige Bauen in ihrer Branche weiter voranbringen“ betonte Lemaitre.

Insgesamt haben acht Bauprojekte an der Erstanwendungsphase für das Nutzungs­profil „Neubau kleine Wohngebäude“ teilgenommen. Die dabei gesammelten Erfahrun­gen sollen nun in die Marktversion eingearbeitet werden.

Weitere Informationen zum Nutzungsprofil „Neubau kleine Wohngebäude“ können per E-Mail an DGNB angefordert werden.

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