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„Käännös“ von ALA gewinnt Architekturwettbewerb zu Helsinkis neuer Zentralbibliothek

(16.6.2013) Der Architekturwettbewerb zur neuen Zentralbibliothek der Stadt Helsin­ki ist beendet. Der Entwurf „Käännös“ wurde zum Gewinner gekürt. Ein zweiter Preis wurde nicht verliehen. Die Entwürfe „Liblab“ und „Kasi“ teilen sich den dritten Platz. Darüber hinaus wurden fünf Anerkennungen für weitere Entwürfe ausgesprochen.


1. Platz: „Käännös“ von ALA Architects (mehr vom Bild)

Der Entwurf „Käännös“ (auf Deutsch „Drehung“ oder „Übersetzung“) von ALA Archi­tects aus Helsinki hat den internationalen Architekturwettbewerb um die neue Zen­tralbibliothek Helsinkis gewonnen. Der Gewinner wurde am 14.6. in der Musikhalle Hel­sinkis bekanntgegeben. zur Erinnerung: ALA Architects hat u.a. auch das Kilden Per­forming Arts Center in Kristiansand, Norwegen entworfen - siehe Baulinks-Beitrag „Meer, Glas und Architektur: Kilden Performing Arts Centre mit GEWE-therm sun Glä­sern“ vom 5.9.2012.

„Der Siegerentwurf 'Käännös' ist von seinen architektonischen, stadtbildlichen, funk­tionalen und ökologischen Aspekten her den anderen Teilnehmern weit voraus“, erläu­tert Ritva Viljanen, Vorsitzende der Jury und Bürgermeisterin für Bildung und Personal­wesen. Das Preisgeld für den Gewinner ALA Architects beträgt 50.000 Euro.

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Die Jury beschreibt „Käännös“ als eindrucksvoll und ungezwungen großzügig. Der Ent­wurf bietet die optimale Ausgangsbasis für die Weiterentwicklung der Funktionen der neuen Bibliothek. Darüber hinaus sieht die Jury in „Käännös“ das Potential, die Zen­tralbibliothek zu einem der bedeutsamsten Gebäude der Stadt zu machen, in dem sich die Einwohner Helsinkis, die Nutzer und auch die Angestellten zuhause fühlen.

Architektonisch stattliches, energieeffizientes und modernes Holzgebäude mitten in der Stadt

„Käännös“ ist geprägt von einer aus Holz gebauten wellenförmigen Fassade, die die eckige und gläserne Norm der umliegenden Gebäude bricht. Der öffentliche Platz vor der Bibliothek setzt sich im Erdgeschoss fort und wirkt auf diese Weise sehr einladend. Von der oberen Etage eröffnet sich ungehindert ein schöner Ausblick in den Park und die umliegende Stadt. Das Baumaterial Holz trägt zur Nachhaltigkeit des Gebäudes bei.

Die neue Zentralbibliothek der Stadt Helsinki ist an der Töölönlahti-Bucht neben der Musikhalle, dem Zeitungshaus Sanomatalo und dem Museum für moderne Kunst KIAS­MA geplant (siehe auch Google-Maps und/oder Bing-Maps). Wegen der prestigeträch­tigen Lage gegenüber dem Parlament wurde bei der Wahl des Entwurfs besonderer Wert auf dessen Stimmigkeit mit der Umgebung gelegt.

„Die Zentralbibliothek ergänzt den Komplex der kulturellen Gebäude an der Töölönlahti-Bucht mit einer Kunstform, die hier bisher gefehlt hat – Schrift und Literatur“, berich­tet Ritva Viljanen. Weitere Bewertungskriterien, die der Siegerentwurf erfüllen musste, waren Funktiona­lität, lange Nutzungsdauer und Energieeffizienz des Gebäudes.


3. Platz: „Liblab“ von Playa Architects (Bild vergrößern)

Dritter Platz für „Liblab“ und „Kasi“

Im Wettbewerb wurde kein zweiter Platz vergeben. Stattdessen ging der dritte Platz an zwei Entwürfe: „Liblab“ von Playa Architects und „Kasi“ von Verstas Architects. Sie werden jeweils mit 31.500 Euro belohnt.

Fünf Entwürfe wurden mit Anerkennungen ausgezeichnet: „Through the Looking Glass“, „Illuminatio“, „The Heartbeat of Helsinki“, „Cultural incubator“ und „Helsinki Link“.


3. Platz: „Kasi“ von Verstas Architects (Bild vergrößern)

Architekturwettbewerb für die neue Zentralbibliothek Helsinkis

Bei dem vorangegangenen Architekturwettbewerb handelte es sich um einen interna­tionalen, offenen Ideenwettbewerb. Es wurden insgesamt 544 Entwürfe eingereicht, aus denen im November 2012 sechs Arbeiten für die zweite Runde ausgewählt wur­den. Bereits in der ersten Runde war „Käännös“ einer der Publikumslieblinge.

Im Wettbewerb wurde ein Konzept für eine moderne Bibliothek gesucht, die sich zu einem belebten und vielseitigen Treffpunkt entwickeln soll und in dem die Nutzer im Mittelpunkt stehen. „Wir brauchen öffentliche und offene Orte in der Stadt, die zu­gleich Orte der Bildung und des Miteinanders darstellen“, sagt Jury Vorsitzende Ritva Viljanen.

„Bibliotheken sind in Finnland die kulturellem Institutionen mit den meisten Nutzern. Sie sind einer der Grundsteine unserer demokratischen Gesellschaft, Garanten für Gleichheit und Bausteine unserer Identität“, so Viljanen. In der Zentralbibliothek werden jährlich mehr als zwei Millionen Besucher erwartet.


1. Platz: „Käännös“ von ALA Architects (Bild vergrößern)

Eröffnung 2017 geplant

Die Jury empfiehlt einstimmig, dass ALA Architects mit der weiteren Planung der Zen­tralbibliothek beauftragt wird. Als nächstes wird ein Projektplan ausgearbeitet, was bis zu einem Jahr dauern kann. Am Ende entscheidet der Stadtrat über den Bau. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2017, zum 100. Jubiläum der Unabhängigkeit Finnlands, geplant. Das Projekt hat einer Teilfinanzierung vom finnischen Jubiläumsfond zur 100-jährigen Unabhängigkeit erhalten.

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