Redaktion  || < älter 2013/1058 jünger > >>|  

Ein Stück Himmel in der vielleicht wolkenreichsten Unterführung Deutschlands

(13.6.2013) Seit über 150 Jahren ist Aschaffenburg durch die Bahngleise in der Mitte geteilt. Mit der Eröffnung eines Verbindungstunnels zwischen dem Hauptbahnhof und dem „Dammer Tor“ (siehe Google-Maps) im März 2012 wurde diese Barriere durchbro­chen. Einen ganz besonderen Blickfang bilden die im Tunnel angebrachten, im Spezial­verfahren hergestellten Feinsteinzeugfliesen mit Motiven der Künstlerin Jo Zeh-Kosan­ke.

Für Aschaffenburgs Oberbürgermeister Klaus Herzog ist die 110 m lange Verbindung, die das Bahnhofsquartier mit dem Stadtteil Damm verbindet, die „schönste Unterfüh­rung Deutschlands“. Dass dabei die Kunst Einzug in die Unterführung gehalten hat, verdankt die Stadt großzügigen Sponsoren. Anders wären die rund 130.000 Euro teu­ren Wandgestaltungen nach Motiven der in Hamburg geborenen und heute in Aschaf­fenburg lebenden Künstlerin Jo Zeh-Kosanke nicht möglich gewesen.

„Die Leichtigkeit in lichtem Blau“ - nennt die Künstlerin ihr Werk, das mit seinem Konzept der schwebenden Elemente das Heitere, Aufsteigende in die unterirdische Röhre holen wollte. Die insgesamt acht in Öl vorgemalten Gemälde zeigen Symbole wie eine Uhr, ein geflügeltes Hermes-Rad, Ballons sowie ein rotes Band vor einem mit weißen Wölkchen übersäten Himmel. „Himmelstunnel“ - so wird die Unterführung daher schon jetzt von den Aschaffenburger Bürgern bezeichnet. Warum sie sich gerade für diese Motive entschieden hat, beantwortet die Künstlerin so: „Es gehen so viele unterschiedliche Menschen durch den Tunnel, auch mit wenig Zeit zum Verweilen. Da braucht man Motive, die man sofort erkennt und quasi im Vorbeigehen genießen kann. Leicht und fröhlich sollte alles sein. Die Menschen in positive Stimmung bringen, in all ihrem gestressten Alltag“.

Eine besondere Herausforderung stellte auch die Übertragung der zunächst in Öl ge­malten Kunstwerke auf die Fliesen dar. Hierzu wurde von der Firma Villeroy & Boch in Mettlach nicht nur eine neue Wandfliese im Format 60 x 60 cm entwickelt, sondern vor allem auch eine besondere Scann- und Drucktechnik. Auf einer speziellen Anlage wurden so die Motive auf die Fliesen übertragen und gebrannt. Für die spätere Verle­gung durch den Verlegebetrieb Hartmut Bachmann aus Aschaffenburg wurden die ein­zelnen Fliesen durchnummeriert.

Vor der Verlegung wurden die zuvor gründlich gereinigten und gestrahlten Betonwände der Unterführung mit einer Grundierung von Sopro vorbehandelt - und zwar mit einer lösemittelfreien, hochkonzentrierten, schnell trocknenden Kunstharz-Grundierung für stark und unterschiedlich saugende Untergründe. Die Verlegung in den für die Kunst­werke vorgesehenen Vertiefungen in der Betonoberfläche selbst erfolgte im Buttering-Floating-Verfahren mit Sopro FKM XL, einem ausgewiesen ergiebigen, staubreduzier­ten, zementären, extra leichten, multifunktionalen Flexkleber (C2 TE S1 nach DIN EN 12004) mit hoher Kunststoffvergütung.

Die Verfugung des gesamten „Kunstwerks“ erfolgte mit der Sopro DF 10 DesignFuge Flex. Dieser zementäre, flexible, schnell erhärtende und belastbare Fugenmörtel (CG2 WA nach DIN EN 13 888) dient zum farbbrillanten und kalkschleierfreien Verfugen von allen Arten von Keramik und Naturstein. Der erhöhte Schutz gegen Schimmelpilze und Mikroorganismen sowie seine Kalkschleierfreiheit lassen ein lang anhaltend farbbrillan­tes Fugenbild erwarten.

Weitere Informationen zu individuellen Motivfliesen sowie zur Fliesenverlegung können per E-Mail an Villeroy & Boch bzw. per E-Mail an Sopro angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen: