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Trotz schlechtem Straßenzustand: Dramatischer Rückgang bei der Asphaltproduktion


  

(30.4.2013) Die Produktion von Asphaltmischgut ging 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 18% zurück. Das gab der Präsi­dent des Deutschen Asphaltverbandes (DAV), Bernd Lange, am Rande einer Präsidiumssitzung bekannt. Insgesamt wurden im zurückliegenden Jahr bundesweit 41 Mio. Tonnen Asphalt­mischgut produziert - der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung.

Zu Beginn des Jahres 2012 war der DAV noch von einem leichten Zuwachs ausgegan­gen. Denn der schlechte Straßenzustand vor allem im kommunalen Bereich nach dem dritten harten Winter in Folge ließ die Asphaltindustrie auf höhere Investitionen hof­fen. Die notwendigen Erhaltungsmaßnahmen, um einen weiteren Wertverfall der Stra­ßen zu verhindern, blieben allerdings aus.

„Trotz gravierender Schäden auf unserem Straßennetz muss die Asphaltbranche ein weiteres Mal einen dramatischen Einbruch bei der Produktionsmenge verkraften“, so Lange. Als Hauptgrund für diesen Produktionseinbruch nannte der Verbandspräsident die ausbleibenden Investitionen von Städten und Gemeinden. Aber auch beim über­örtlichen Straßennetz blieben dringend notwendige Investitionen aus. So weist die Kommission „Zukunft der Verkehrsinfrastrukturfinanzierung“ - die so genannte Daehre-Kommission - darauf hin, dass der Nachholbedarf bei der Unterhaltung des überörtli­chen Straßennetzes bei einer angedachten Aufholung innerhalb von 15 Jahren jährlich bei 1 Mrd. Euro zusätzlich liegt. Für den laufenden Betrieb und die Unterhaltung seien 1,55 Mrd. Euro zusätzlich nötig. Insgesamt stellte die Kommission eine Unterfinanzie­rung der drei Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasserstraße von mindestens 7,2 Mrd. Euro/Jahr fest (siehe auch Abschlussbericht Daehre-Kommission, Dezember 2012 auf der Web-Site des Deutschen Städte- und Gemeindebundes).

„Der Investitionsstau verbunden mit der Schlaglochmisere zeigt deutlich, dass wir bei unserer Infrastruktur auf Verschleiß fahren. Es ist dringend geboten, dass die Haus­halte mit mehr finanziellen Mitteln für die Straßenerhaltung ausgestattet werden“, appelliert Bernd Lange an die Politik.

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