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Der Pritzker Preis 2013 geht an Toyo Ito

Toyo Ito
Toyo Ito (Foto: Jerome Tobias)

(18.3.2013) Mit dem 71-jährigen Toyo Ito aus Tokio erhält in diesem Jahr der sechste japanische Architekt den Pritzker Preis. Die früheren Preisträger aus Japan waren Kenzo Tange (1987), Fumihiko Maki (1993), Tadao Ando (1995) sowie das Team von Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa (2010).

Die feierliche Verleihung des Preises, der als weltweit wichtigs­ter Architekturpreis gilt, wird am 29. Mai 2013 im John F. Ken­nedy Presidential Library and Museum in Boston erfolgen. Die­ses wurde von Ieoh Ming Pei entworfen, der 1983 selbst den Pritzker Preis gewann - und auch das Datum ist ein besonde­res, nämlich Kennedys Geburtstag.

Der Vorsitzende der hochkarätigen Jury, Lord Palumbo, begrün­dete die Wahl Itos damit, dass dessen Architektur konzeptionelle Innovation mit her­vorragender Ausführung verbinde und er beständig an der Erweiterung der architek­tonischen Möglichkeiten arbeite. In den 40 Jahren, in denen er Bibliotheken, Häuser, Parks, Theater, Geschäfte, Bürogebäude und Pavillons entstehen ließ, habe er immer wieder die Chancen genutzt, die in jedem Auftrag und jedem Grundstück steckten.

Toyo Ito arbeitete nach seinem Architekturstudium an der Universität Tokio 1965 bei der Firma Kiyonori Kikutake & Associates und gründete 1971 sein eigenes Studio in Tokio, das er zunächst Urban Robot (Urbot) und später Toyo Ito & Associates, Archi­tects nannte. Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter 2006 die Goldme­daille des Royal Institute of British Architects und 2002 den Goldenen Löwen der Bi­ennale von Venedig für sein Lebenswerk.

In seinem Kommentar zum Gewinn des Pritzker Preises sagte der Architekt, dass er immer versuche, sich von den verschiedenen Zwängen, denen Architektur unterliege, zu befreien und ungezwungenere, behaglichere Räume zu schaffen. Aber am Ende ei­nes Projektes hätte er stets weitere Verbesserungsmöglichkeiten entdeckt und habe diese Erkenntnisse dann ins nächste Objekt eingebracht. Deshalb sei er nie endgültig zufrieden mit seinen Arbeiten und entwickle seinen Stil immer weiter.

Eines seiner ersten Projekte war 1971 das „Aluminium Haus“ in einer Vorstadt von To­kio mit einer Konstruktion aus Holz und einer Aluminium-Hülle. Die meisten seiner Früh­werke waren Wohnhäuser, darunter das „White U“, das er für seine Schwester baute. In den 1980-ern wurde seine Architektur zunehmend unkonventioneller und ein mini­malistischen Ansatz verlieh ihr eine besondere Leichtigkeit. Als einen Höhepunkt seiner Karriere sieht Ito die Mediathek im japanischen Sendai, die durch Vermeidung fester Barrieren zwischen den verschiedenen Medien seiner Vorstellung von einer offenen kulturellen Einrichtung entspricht.

zur Erinnerung: The Pritzker Architecture Prize

..., der 1979 vom verstorbenen Jay A. Pritzker und dessen Frau ins Leben gerufen wurde, ehrt lebende Architekten, de­ren Arbeit Talent, Visionen und Engagement vereint und die durch ihre Kunst signifikante Beiträge zur gebauten Umwelt der Menschen leisten. Der Preis ist mit 100.000 Dollar und einer Bronzemedaille dotiert.

Die Familie Pritzker, bei der schon durch die Hyatt Hotels ein Bezug zur Architektur bestand, hat sich zur Auslobung eines Awards auf diesem ihrer Meinung nach wichtigen Gebiet entschieden, weil es hierfür keinen Nobelpreis gibt. Das Vergabeverfahren wurde demjenigen der Nobelpreise an­geglichen. In geheimer Beratung und Abstimmung entscheidet die Jury jedes Jahr über Hunderte von Nominierungen.

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