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Markt für Dachbaustoffe bricht in Österreich ein

(18.3.2013) Massiver Rückgang im Bestandsmarkt bescherte Herstellern von Dachmaterial in Österreich einen Absatzrück­gang von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotzdem bleibe der Umsatz stabil, analysieren Kreutzer Fischer & Part­ner | Marktanalyse im aktuellen Branchenradar.

Die Nachfrage nach Dachmaterial für geneigte Dächer schrumpfte in Österreich im Jahr 2012 um 7,4% gegenüber dem Vorjahr auf rund 10,9 Mio. m². Verantwortlich für den Rückgang war ein massiver Einbruch des Sanierungsmarktes um 12,8%. Offensichtlich hatte die Erneuerung des Daches vielerorts deutlich weniger Priorität als etwa die energetische Gebäudesanierung. Möglicherweise liegt der Grund für die absackende Sanierungsrate bei Dachmaterial im - aus der Sicht des Bauherrn - vergleichsweise eingeschränkten Nutzen. Denn während eine gedämmte Fassade oder neue Fenster auch eine Optimierung der Gebäudeenergieeffizienz mit sich bringen, wird ein neu eingedecktes Dach lediglich als eine optische Verbesserung angesehen - zumal man nicht das gesamte Dach erneuern muss, um ein Gebäude nach oben hin zu dämmen. Falls der Dachraum nicht bewohnt wird, reichen auch eine Dämmung der oberen Ge­schossdecke oder eine Sparrendämmung aus. Die Außenhaut des Daches, also das Dachmaterial, bleibt davon unberührt.

Im Vergleich zur energetischen Gebäudeoptimierung im Nachteil

Darüber hinaus verschiebe sich eben in der öffentlichen Wahrnehmung seit einigen Jahren der Sanierungsdruck auf Bauherren und Hausverwaltungen klar in Richtung energetische Gebäudeoptimierung. Einschlägige Fördermaßnahmen von Bund und Ländern unterstützen diesen Trend. Die Erneuerung des Daches rücke damit mehr und mehr in den Hintergrund und sei eigentlich nur dann ein Thema, wenn im Zuge eines Umbaus, Dachraum zu Wohnraum umfunktioniert werde - so die Analyse Kreut­zer Fischer & Partner.

Gleichzeitig mit dem Marktrückgang kam es zu einer signifikanten Anteilsverschiebung bei den Dachmaterialien. Der Absatzanteil des Ton-Dachziegels sank auf unter 30 Pro­zent primär zugunsten von Faserzement. Einen leichten Gewinn erheben Kreutzer Fi­scher & Partner auch für den Beton-Dachstein, Metall stagniert.

Erhebliche Preiserhöhungen - Ursache oder Rettung?

Allerdings machten im Jahr 2012 die Hersteller auch mit der seit Jahren zurückhalten­den Preispolitik Schluss. Die zwischenzeitlich kumuliert höheren Herstellungskosten wurden zum Teil in großem Umfang an den Markt weitergegeben. Infolge stieg der Durchschnittspreis auf Gesamtmarktebene um +7,1% gegenüber 2011, beim Tondach­ziegel sogar um fast 13%. Vor dem Hintergrund einer insgesamt verhaltenen Baukon­junktur war das Jahr 2012 aus Erlössicht für viele daher wohl besser als erwartet. Der Herstellerumsatz sank nur geringfügig um 0,8% auf nunmehr 141,3 Mio. Euro.

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