Redaktion  || < älter 2013/0475 jünger > >>|  

Dachmonitor: Deutscher Dachbau spielt sich auf über 125 Mio. m² Fläche im Jahr ab

(15.3.2013) Das Marktforschungsunternehmen BauInfoConsult hat die Marktgröße im Dachbau in einer aktuellen Studie untersucht. Nimmt man die angebrachte Gebäude­dachfläche in Neubau und Sanierung zusammen, dann finden fast 40% des Dachbe­deckungs- bzw. Abdichtungs-Geschehens auf Flachdächern und über 60% auf Steil­dächern statt. Von 2012 bis 2015 rechnen die Studienautoren mit einem Neubau­wachstum in der Bedeckungs- bzw. Abdichtungsfläche von bis zu 16% (Steildach) bzw. 10% (Flachdach). Bei den Materialien dominieren Dachpfannen wie gehabt die Steildächer und Bitumenbahnen die Flachdächer – doch andere Materialien sind eben­falls stark im Kommen.

Bernd Kötter, Head of Market Research bei BauInfoConsult, erläutert das Konzept des Dachmonitors Marktgröße 2013: „Für diese Studie haben wir telefonische Interviews mit 501 Dachdeckern, 201 Zimmerern, 103 Klempnern und 200 Solarteuren geführt. Insgesamt also 1.005 Dach-Spezialisten, die wir zu ihren letzten konkreten Projekten in Neubau und Sanierung befragt haben.“ Diese große Zahl von abgefragten Projekten ermögliche sehr viel mehr Tiefe als bei herkömmlichen Marktanalysen üblich, erklärt Kötter weiter: „Wir unterscheiden im Dachmonitor nicht einfach pauschal zwischen Wohnungs- und Nichtwohnungsbau, sondern können differenzierte Daten für die ver­baute Fläche am Dach für acht verschiedene Gebäudegruppen liefern.“ Neben den Bedeckungs- und Abdichtungsmaterialien wurden in der Studie auch Segmente wie Dachdämmung, Dachfenster, Lichtkuppeln und -kamine, Gullys und Solarkollektoren untersucht.

Tondachziegel am Markt führend, in der Nachfrage sind Betondachsteine gleichauf

Bei der Dachdeckung im Steildachbereich dominieren Tondachziegel den Markt zu mehr als zwei Drittel. Vor allem im Einfamilienhausbau bevorzugen Bauherren Tondachziegel, während im Zwei- und Mehrfamilienfamilienhausbau eher zu den kostengünstigeren Be­tondachsteinen gegriffen wird. Bei Steildächern im Nichtwohnungsbau sind die Beton­dachsteine dominanter - insbesondere bei Steildächern von Hotels, Bildungs-, Gesund­heits,- Freizeit- und Sportgebäuden. Vor allem bei Nutzgebäuden im nichtlandwirt­schaftlichen Bereich (wie Fabrikgebäuden, Lagerhallen usw.) spielen auch Aluminium­steildächer eine große Rolle.

Von 2012 bis 2015 werden Tondachziegel im Neubau um über ein Fünftel an Fläche zulegen können, Betondachsteine im selben Zeitraum um ein starkes Siebtel. Der Grund für diese Annahme ist die zu erwartende schwächere Entwicklung im Nicht­wohnungsbau, wo Betondachsteine im Steildachsektor große Anteile haben.

Auch die Erwartungen der befragten Verarbeiter bestätigen diesen Befund für das Steildachsegment: Betondachsteine und Tondachziegel werden auch in den kommen­den fünf Jahren nach Einschätzung der befragten Dachdecker, Klempner und Zimmerer häufiger nachgefragt - siehe Eingangs-Grafik oben.

Dass Betondachsteine bei den Einschätzungen mit dem führenden Marktsegment gleichauf liegen, hat sicher auch mit den mittlerweile qualitativ angeglichenen Pro­dukteigenschaften zu tun: Je mehr als die Hälfte der Dachdecker und Zimmerer äu­ßerten die Meinung, dass die Eigenschaften von Tondachziegeln und Betondachstei­nen heutzutage identisch sind.

Flachdächer: Bitumenbahnen bleiben dominant, doch die Nachfrage für Kunststoffbahnen ist besonders dynamisch

Bitumenbahnen dominieren den Flachdachsektor. Im Mehrfamilienhausbau haben auch Kunststoffbahnen einen hohen Anteil. Im Nichtwohnungsbau erreichen Kunststoffbah­nen vor allem bei nichtwohnähnlichen Gebäuden aus Landwirtschaft, Industrie und Handel Marktanteile von bis zu einem Drittel.

Im gesamten Flachdachsektor dürften die Bitumenbahnen von 2012 bis 2015 im Neu­bau um über ein Zehntel zulegen, die am Markt noch weniger dominanten Kunststoff­bahnen um weniger als 5 Prozent. Dennoch sind die Kunststoffbahnen auf dem auf­steigenden Ast: So erwarten die befragten Verarbeiter vor allem für Kunststoffbah­nen und Folien eine erhöhte Nachfrage, gefolgt von den Bitumenbahnen:

siehe auch für zusätzliche Informationen: