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Bauhaus-Universität Weimar vergibt Preis für gelungene Container-Architektur

(11.3.2013) Container entwickeln sich immer mehr zum Piktogramm für ein neues ur­banes Lebensgefühl und zugleich zum Objekt moderner Baukunst. Der Container wird zum Mikro-Haus, sitzt als schickes Penthouse auf Dächern unserer Metropolen, stapelt sich zu Wohnhäusern oder Gründerzentren, wird zum designprämierten Flagship-Store und fungiert zum Schnell-Gebäude, das bei Raumnot Abhilfe schafft. An der Bauhaus-Universität Weimar haben sich Studierende der Fakultät Architektur von Oktober 2012 bis Januar 2013 mit dem Gebäudetypus der nächsten Zukunft beschäftigt und mach­ten sich zur Aufgabe, einen Entwurf für die Erweiterung der Universitätsgebäude mit­tels Container zu erstellen. Unter der Leitung von Prof. Karl-Heinz Schmitz wurde der Container als zukunftsrelevantes Bauelement kritisch hinterfragt und anhand von de­taillierten Entwürfen für temporäre Arbeitsräume im Umfeld der Bauhaus-Universität Weimar auf Tauglichkeit im Detail untersucht.


Modellfoto des Siegerentwurfs von Daniel Kleber und Paco Bijan-Irani (Bild vergrößern)

Basis aller Projektarbeiten war der Übersee-Container, der auf Grund seiner einheitli­chen Kantenlängen sicherstellte, dass in jedem Entwurf mit denselben Grundlagen ge­arbeitet wurde.

Am Ende des Semesters wurden alle eingereichten Projekte von einer Fachjury, beste­hend aus Friedhelm Funk von der Firma Algeco und zwei Gastkritikern, bewertet. Die Architekten Markus Stenger aus München und Oliver Blattner aus Hamburg verstärk­ten die Jury als Fachpreisrichter. Sie bewerteten die Projekte vor allem in architekto­nisch gestalterischer Hinsicht und kürten gemeinsam mit Friedhelm Funk die Preisträ­ger.

Vertreter der Firma Algeco besuchten die Bauhaus-Universität bereits im November 2012 zu einer Zwischenkritik sowie im Januar zur Schlusskritik, wobei sie ihre Expertise in die Diskussion einbringen konnten. So erhielten die Studenten bei der Zwischenkritik u.a. wichtige Hinweise zu Statik und Baurecht im Modulbau. „Durch unserer langjähri­ge Erfahrung bei der Konzeption und Umsetzung von Gebäuden mit modularen Elemen­ten konnten wir bei der Schlusskritik wichtige Informationen zu den einzelnen Realisie­rungsmöglichkeiten der Projekte beitragen“, erklärt Friedhelm Funk von Algeco.


v.l.n.r.: Preisträger Daniel Kleber und Paco Bijan-Irani, Friedhelm Funk von Algeco (Jury-Mitglied) und die Architekten Markus Stenger und Oliver Blattner (Fachpreisrichter) (Bild vergrößern)

Beim Siegerentwurf von Daniel Kleber und Paco Bijan-Irani lobte die Jury insbesondere die effiziente Stapelung der Container. Im Vergleich zu anderen Projekten wird das Erdgeschoss hier nur wenig bebaut. Hierdurch ergeben sich überdeckte Außenflächen nach Norden wie nach Süden, die eine räumliche Qualität für den gesamten Campus bedeuten und besonders geeignet für Veranstaltungen oder Feste im Außenbereich sind. Außerdem war der Grad der Ausarbeitung sehr fortgeschritten. Das geplante Ge­bäude des Siegerentwurfs soll neuen Raum für studentische Arbeitsplätze der Fakultät Architektur schaffen. Der Multifunktionsraum im Erdgeschoss ist für öffentliche Veran­staltungen wie Vorträge und Seminare gedacht. Die Räume des Obergeschosses kön­nen als dauerhafte Atelierräume benutzt werden. Das Gebäude ist als Provisorium ge­dacht, das zwei Jahre lang genutzt werden soll.

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